03.06.2020 20:00 |

Schwieriger Start

Campingplätze: Erst in Hochsaison endet Flaute

Camping boomte in den vergangenen Jahren – doch Corona lässt auch diese Branche leiden: Zu 95 Prozent sind die rund 100 Tiroler Betreiber von internationalen Gästen abhängig, daher waren zu Ostern und Pfingsten die meisten Stellplätze verwaist. Nach Buchungs- und Stornowellen verspricht die Hochsaison aber einiges.

200 Anreisen hätte Franz-Josef Fiegl, Berufsgruppenobmann und Chef des Camping Aufenfeld in Aschau im Zillertal, zum Start der Pfingstferien in normalen Zeiten. Wegen geschlossener Grenzen bevölkerten aber nur fünf (!) heimische Familien das riesige Areal für bis zu 1800 Urlauber. „Wir haben mehrere Wellen mit Buchungen und Stornos hinter uns. Je nachdem, was Politiker international gerade von sich gaben“, stöhnt Fiegl. Der letzte Stand ist aber erfreulich: In der Hochsaison, also Juli und August, sei man wie immer so gut wie ausgebucht, geöffnet ist ab 11. Juni.

Auch für Dauercamper gab es kein Pardon
Den Gästen bietet man noch sieben Tage vor der Anreise eine Stornomöglichkeit – ein Zugeständnis an die Unsicherheit bei den Urlaubern. Vertreter der Branche drängten vehement, dass wenigstens die Dauercamper ab 1. Mai ihre Plätze aufsuchen dürfen. „Die Argumente fanden keinen Widerhall, da kämpft man derzeit gegen Windmühlen“, erzählt Fiegl. Urlaubsgefühl statt Spitalsatmosphäre – das sollte am Campingplatz kein allzu großes Problem sein. Nur: „Die Sauna aufsperren macht bei 10 Quadratmeter vorgeschriebenem Platz pro Gast keinen Sinn. Und auch bei der Kinderanimation werden wir noch etwas Phantasie benötigen.“

Millionenverlust bisher
Georg Giner ist designierter Bundessprecher der Berufsgruppe Campingplätze (zugleich Spartenobmann der Freizeit und Sportbetriebe in Tirol). 120 Gäste tummelten sich zu Pfingsten auf seinem bis zu 1000 Personen fassenden idyllischen Platz (Freizeitparadies Natterer See). 20 statt sonst bis zu 60 Mitarbeiter sind beschäftigt, Pizzeria und Restaurant rentieren sich derzeit nicht. „Seit 16. März haben wir etwa 1,5 Millionen Euro Umsatz verloren“, rechnet Giner vor.

„Wohnwagen sicher wie Quarantänestation“
Trotzdem ist er mittelfristig optimistisch: „Camping boomt. Im eigenen Wohnwagen haust man ja quasi in der eigenen Quarantänestation und kein Fremder schlief vorher im Bett“, erklärt Giner. Auch er glaubt bis Ende Juni an eine zögerliche Nachfrage, danach sehe es recht gut aus. Größter Ärger bis 15. Juni: Urlauber dürfen durch Tirol nach Italien fahren, aber noch nicht bei uns bleiben - ein perfektes Eigentor.

Andreas Moser
Andreas Moser
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