03.04.2020 20:41 |

Weltpremiere!

BMW R18: Münchner Riesenboxer endlich Wirklichkeit

BMWs erster Riesen-Cruiser hat endlich seine Weltpremiere gefeiert, natürlich online: Ein gigantischer 1,8-Liter-Boxermotor in einem sehr reduzierten, sehr klassischen Motorrad mit feinen Details tritt nicht nur gegen die alteingesessene Harley-Fraktion an, sondern hat das Zeug dazu, eine ganz eigene Ikone zu werden.

Seit dem Concorso d‘eleganza Villa d‘Este vor knapp einem Jahr gieren wir danach, dieses Stück Schwermetall endlich als Serienversion zu sehen. Immer wieder hat uns BMW Concept Bikes vorgesetzt, die das Warten nur noch schmerzhafter gestaltet haben.

Aber hier ist sie nun endlich, die BMW R18, und zwar vorerst nur in einer einzigen Version. Die ist allerdings durchaus dazu gedacht, umgebaut zu werden. Ähnlich wie die Münchner das von Anfang an bei der R ninety praktiziert haben.

Schwermetall ist wörtlich zu nehmen, dieses Basisbike bringt fahrfertig nicht weniger als 345 kg auf die Waage, weit mehr als vergleichbare Harley-Davidsons (wobei: Wirklich vergleichen muss man BMW und Harley nicht). Und das ist erst der Anfang, weitere Versionen werden folgen. Daher ist auch ein Rückwärtsgang serienmäßig.

Nah dran an der Studie
Designer Edgar Heinrich hat bei der Präsentation des Concept Bikes der R18 in Italien vor knapp einem Jahr versprochen, dass es schon ganz nah an der Serienversion dran war. Und er hat Wort gehalten. Sehr reduziert, schlicht, nur das Wesentliche, und im Hinterkopf immer die R5 aus dem Jahr 1936 als Vorbild. Vor allem die freiliegende Kardanwelle ist ein Gedicht, aber nur eines von vielen.

Mächtiger Motor
Der monumentale Motor, „Big Boxer“ genannt, ist der hubraumstärkste jemals in der Motorradserienfertigung eingesetzte Zweizylinder-Boxermotor überhaupt. Auch wenn das Emblem auf dem Block etwas anderes vermuten lässt, beträgt sein Hubraum 1802 ccm (aber dieses Typenschild bleibt wohl dem legendären Pkw-Modell vorbehalten). Für Harley-Fans: Das sind 110 cubic inches.

Die Maximalleistung des luft-/ölgekühlten Designstücks beträgt 91 PS und wird bei 4750/min. abgeliefert, bei 3000 Touren liegen mächtige 158 Nm Drehmoment an. Er bedient sich aus einem tropfenförmigen 16-Liter-Tank, der in der First Edition serienmäßig mit handgemalten Linien verziert ist. Auf langen Strecken bekommt man daher häufig die Gelegenheit, das gute Stück staunenden Blicken zu präsentieren. Immerhin beträgt schon der Normverbrauch 5,6 l/100 km.

Der Motor hängt in einem klassischen Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen, auch die Schwinge besteht größtenteils aus Stahlrohr, wobei der Eindruck entsteht, dass das Hinterrad ungefedert bleibt. Ein Designkniff, wie bei Harleys Softails. Die Vorspannung ist einstellbar, die 49er-Telegabel muss man hingegen nehmen, wie sie ist. Wie bei der BMW R 5 sind die Standrohre der Teleskopgabel mit Gabelhülsen verkleidet. Der Federweg beträgt vorne 120, hinten 90 mm. Serienmäßig sind wunderschöne Drahtspeichenräder der Dimension 120/70-19 vorne und 180/65-16 hinten montiert, optional liefert BMW 21 bzw. 18 Zoll. Vorne bremst eine Doppelscheibenbremse, hinten eine Einscheibenbremse, beide mit Vierkolben-Festsätteln.

Technisch ist die BMW R18 nicht ganz so klassisch, wie sie wirkt. Teilintegral-ABS, Traktionskontrolle und Motorschleppmoment-Regelung sind an Bord, ebenso drei Fahrmodi mit den kreativen Bezeichnungen Rain, Rock & Roll. Kurven-ABS, eine schräglagenabhängige Traktionskontrolle oder neuerdings bei BMW beinahe allgegenwärtige Connectivity gibt es nicht für Geld und gute Worte. Aber es kommen ja noch andere Versionen und man braucht kein Prophet sein, wenn man in kühnen Träumen bereits das eine oder andere technische Feature am Horizont auftauchen sieht.

Eine Augenweide hat der Fahrer immer im Blick: das analoge Rundinstrument mit dem integrierten Display und dem auffälligen „Berlin Built“-Schriftzug, der auf den Geburtsort hinweist. Der Rundscheinwerfer dahinter leuchtet mit LED-Technik, LED-Tagfahrlicht und Kurvenlicht kosten extra. Auch ein Genuss: die am Lenker montierten Blinker. Keyless Ride ist Serie, nur für das Lenkerschloss braucht man den Schlüssel.

Die First Edition ist bereits bestellbar, zum Preis von 26.490 Euro, inklusive Schmankerln wie einem Chrom-Paket oder einer „Welcome-Box“ mit Fan-Gadgets wie einem R18-Schraubenzieher oder passenden Werkstatthandschuhen. Bereits zur Markteinführung gibt es zwei verschiedene, zusammen mit Roland Sands Design gestaltete Design-Kollektionen von Aluminium-Frästeilen: „Machined“ und „2-Tone-Black“.

Die Markteinführung ist für Herbst 2020 vorgesehen.

Stephan Schätzl
Stephan Schätzl
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