07.03.2020 06:00 |

Vorbild Linz

Universität Salzburg startet Aufholjagd

Im internationalen Ranking ist die Universität Salzburg weit abgeschlagen. Das soll sich mit dem Kurswechsel des neuen Rektors Hendrik Lehnert ändern. Wie Innovation aussehen kann, zeigt ein Besuch bei der Kepler-Uni Linz.

Das eingestaubte Image will die Paris-Lodron-Universität Salzburg rasch loswerden. Rektor Hendrik Lehnert hat einen ambitionierten Plan, wie das gelingen soll: „Sehr großen Aufholbedarf gibt es bei zeitgemäßen Studiengängen. Wir wollen etwa auch moderne, gesellschaftliche Themen abdecken. Da wird es eine Überarbeitung geben, um zeitgerechter zu werden.“ Auch in den Bereichen Internationalität, Kooperationen und Wirtschaftlichkeit soll nachgebessert werden. Noch bis Jahresende will Lehnert erste Ergebnisse vorweisen. Auch um den Titel „Studentenstadt“ will er sich bemühen. In einer gemeinsamen Arbeitsgruppe mit Hochschülerschaft und Stadt Salzburg werden dafür Maßnahmen erarbeitet.

Ein Vorstoß dazu kam diese Woche von der ÖH-Vorsitzenden Hande Armagan: Sie fordert als ersten Schritt eine städtische WG-Förderung für leistbaren Wohnraum. Die SPÖ will dazu im Gemeinderat der Stadt Salzburg einen Antrag stellen. „Nur ein Mehr an leistbaren Mietwohnungen hält junge Menschen in der Stadt und sorgt dafür, dass wieder mehr Leute hier studieren“, sagt Armagan angesichts sinkender Studentenzahlen. Auch im internationalen Ranking ist die Uni Salzburg bereits weit abgeschlagen (siehe Grafik).

Kepler-Uni Linz zeigt innovative Wege auf

Eine Hochschule, die Innovation vorzeigt, ist die Johannes-Kepler-Uni (JKU) in Linz. Die 54 Jahre junge Uni zählt rund 20.000 Studenten und hat im Gegensatz zu den meisten Hochschulen keine Verluste zu verzeichnen. Rektor Meinhard Lukas führt das auch auf die innovativen Studiengänge zurück: Im neuen Linz Institute of Technology wird federführend an Zukunftsthemen geforscht. Digitalisierung ist dabei ebenso ein Schwerpunkt wie Künstliche Intelligenz und Big Data. Seit 2014 kann man an der JKU - erstmals in Österreich - das Studium Humanmedizin im Bachelor-Master-System absolvieren.

Moderner Campus mit breitem Freizeitangebot

Ein Yoga-Deck am Gebäudedach, Parties mit Live-Musik, ein schwimmendes Cafe und eine Rutsche als Abkürzung durch die Stockwerke zeigen: An der JKU scheint nichts unmöglich. Diesen Spirit will Rektor Lukas auch den Studenten vermitteln und hat selbst immer wieder neue Ideen. „Wir planen gerade einen Wissenszirkus, um Kindern ab vier Jahren Wissenschaft spielerisch zu vermitteln.“ Dafür wird ein kleines Theater am Schlosshof errichtet. Generell wird der Campus stetig umgebaut und erweitert. Durch die Lage am Linzer Stadtrand gibt es baulich kaum Einschränkungen.

Unternehmen sind zahlungskräftige Partner

Um das alles finanzieren zu können, setzt die Uni neben öffentlichen Mitteln auch auf Kooperationen mit Unternehmen. So entstand auch das „Audi Labor“, in dem etwa neueste Fahrzeug-Software entwickelt wird. Derzeit gibt es an der JKU zwölf Unternehmensbeteiligungen.

Eine Einnahmequelle, auf die auch die Uni Salzburg in Zukunft mehr setzen möchte. Mit den Geldern könnte man die Mozartstadt in eine Studentenstadt verwandeln. „Salzburg hat Potenzial. Man muss die Studenten aber sichtbar machen. Beginnen sollte man bei eigenen Plätzen und Räumen für junge Leute“, so Student Max Lippmann.

Stephanie Angerer
Stephanie Angerer
Magdalena Mistlberger
Magdalena Mistlberger
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