28.02.2020 07:10 |

Hinterstoder wartet

„Vinz“-Heimspiel: „Schon nochmal ein Unterschied“

Tragen Österreichs Skifahrer die oft zitierte Erwartungslast der Nation tatsächlich auf den Schultern, so gilt das für den Oberösterreicher Vincent Kriechmayr am Samstag für sein Heimat-Bundesland besonders. Kriechmayrs Gesicht ziert ganz Hinterstoder, der Mühlviertler soll vor allem nach dem Super-G am Samstag neue Jubelposen zeigen. Leicht wird das nicht.

Am Tag, an dem „hoffentlich ganz Oberösterreich zusammenläuft“, wie Herwig Grabner, der Chef des Organisationskomitees sagt, muss Kriechmayr dem Erwartungsdruck Tausender und jenem an sich selbst standhalten. „Die Erwartungshaltung an mich selber ist sehr groß. Ich kenne den Hang sehr gut und will das natürlich auch zeigen“, sagte Kriechmayr. Die Auftritte auf heimischen Bühnen wie auf der Kitzbüheler Streif, wo er heuer Zweiter wurde, oder Saalbach, seien etwas Besonderes. „Aber das hier ist schon noch mal ein Unterschied.“

Als er am Donnerstag mit seinem Auto die engen Straßen entlang ins Stodertal fuhr, sah Kriechmayr sehr viele Sujets von sich selbst entlang der Fahrbahn stehen. Es war der Moment, wo ein 28-Jähriger an sich selbst appelliert: „Jetzt musst du es zeigen.“ Der fünffache Weltcupsieger wirkt, also wolle er sich das Lob, das er schon jetzt bekommt, noch verdienen. „Die Begeisterung im Land an meiner Person ist gewaltig, für das, dass ich noch nicht ganz so viel erreicht habe. Aber wir Oberösterreicher halten zusammen, zumindest sagt mir das jeder auf der Straße.“

Den Rummel gilt es auszublenden. „Wenn er die Ruhe hinbringt, dann kann er auch daheim schnell Skifahren“, sagte Cheftrainer Andreas Puelacher. Das gilt auch während der Arbeit auf der Piste: „Wenn dem Vinz am Anfang vom Lauf ein Fehler passiert, dann folgt brachiales Skifahren. Er hat die Ruhe nicht“, sagte Puelacher und nannte als Gegenbeispiel den Schweizer Beat Feuz. „Den macht ein kleiner Fehler nicht hektisch. Er fährt sein Ding einfach durch und gewinnt auch mit Fehlern.“ Dass Kriechmayr hingegen dastehe „wie ein Bär“, komme ihm auch zugute. „Etwa wenn die Piste hart ist, wenn es sich zu überwinden gilt, dann sind das Vorteile.“

74 Punkte Rückstand auf Kilde
Die Situation im Super-G-Weltcup sieht Kriechmayr noch entspannt. Bei 74 Punkten Rückstand auf Aleksander Aamodt Kilde vor den letzten drei Super-G sei nichts verloren. „Natürlich ist der Aleks in letzter Zeit Top-Rennen gefahren, aber das Blatt kann sich schnell wieder wenden“, sagte der Super-G-Sieger von Gröden, der damit einen von nur fünf Saison-Erfolgen des ÖSV eingefahren hat. Kriechmayr: „Jetzt müssen wir einmal schauen, dass wir in Hinterstoder performen. Ich denke, wir sind ganz gut drauf.“

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