23.02.2020 07:00 |

Hart im Nehmen!

CAT S52: Smartphone für die Baustelle am Prüfstand

Wer heute ein Smartphone erwirbt, kauft angesichts der omnipräsenten Glasgehäuse der Geräte am besten gleich die passende Hülle dazu. Dass es auch anders geht, zeigt die britische Bullitt-Group, die unter der Baufahrzeugmarke CAT Outdoor-Smartphones anbietet. Ihr neues CAT S52 ist hart im Nehmen, durch ein stabiles wasser- und staubdichtes Chassis gut vor den Elementen geschützt und dabei trotzdem vergleichsweise handlich. Wir haben es getestet.

Das CAT S52 kommt in einem 158 mal 77 mal 9,7 Millimeter großen Outdoor-Gehäuse aus robustem Kunststoff und stabilem Metallrahmen daher. Es ist nach IP68-Standard vor Wasser und Staub geschützt und nach Militärstandard 810G stoßfest.

Die Geräterückseite ist geriffelt, damit das S52 auch mit nassen Händen noch sicher gehalten werden kann. Das Gerät soll bei -30 bis 65 Grad Celsius zuverlässig arbeiten und Stürze aus 1,5 Meter Höhe unbeschadet überstehen.

Was auf technischer Ebene verbaut ist, sehen Sie hier:

CAT S52

CPU

MediaTek Helio P35: 8 x 2,3 GHz

RAM

4 GB

Diagonale

5,65 Zoll

Auflösung

1440 x 720 Pixel (IPS)

Speicher

64 GB

microSD-Slot

vorhanden

Hauptkamera

12 Megapixel (F/1.8): Phase-Detection-AF

Frontkamera

8 Megapixel

Funk

LTE, Gigabit-WLAN, Bluetooth 5.0, NFC, GPS, GLONASS, Galileo

Maße

158 x 77 x 9,7 Millimeter; 210 Gramm

Akku

3100 mAh

Extras

Wasser- und staubdicht (IP68)
MIL-STD 810G
Fingerscanner (hinten)

Software

Android 9

Preis

ab ca. 440 Euro

Auffällig am CAT S52: Während frühere Modelle des Herstellers oft für den Alltag ungünstig klobig geraten sind, ist das S52 nicht größer und dicker als andere aktuelle Smartphones mit zusätzlicher robuster Hülle. In einer durchschnittlichen Männerhand liegt es gut und sicher - auch dank der geriffelten und entsprechend griffigen Rückseite. Allerdings muss man durch dickere Ränder ums Display bei gleichen Maßen mit deutlich weniger Diagonale auskommen als bei den weniger robusten Rivalen.

Die verbaute Hardware ist angesichts eines Preises von über 400 Euro kein allzu großer Knüller. Vor allem die geringe Bildschirmauflösung könnte manche User stören, wenngleich das 720p-Display für den Alltag immer noch scharf genug ist und die geringere Auflösung von Vorteil für die Akkulaufzeit ist. Die Kamera - es gibt, heutzutage direkt ungewöhnlich, nur eine - ohne optische Stabilisierung ist in Zeiten von 48-Megapixel-Knipsen in anderen Handys dieser Preisklasse auch nicht mehr ganz vorn dabei.

Genug Rechenpower - außer für Spieler
Wenig auszusetzen haben wir an der Rechenkraft des CAT S52. Der MediaTek-Achtkernchip in dem Gerät liefert, gepaart mit vier Gigabyte RAM, mehr als genug Power, um Android flüssig darzustellen, Apps schnell zu starten und auch mehrere parallel zu nutzen. In dem dicken Gehäuse wird der Chip auch unter längerer Last nicht unangenehm heiß, bei der Grafikleistung ist die Helio-CPU aber eher schwach. Leistungshungrige Spiele sollte man dem Gerät also eher nicht zumuten.

Stürze aus 1,5 Metern auf Fliesenboden überstanden
Seine wirkliche Stärke liegt in der Robustheit des S52. Im Test haben wir das Gerät mehrmals unkontrolliert aus 1,5 Metern Höhe auf harten Fliesenboden fallen lassen, ihm also wirklich Gewalt angetan. Das Resultat: Ein paar Mini-Dellen am Metallrahmen, aber keine Schäden am Display und auch keine Funktionsstörungen. Ausflüge unter den Wasserhahn konnten dem S52 im Test ebenfalls nichts anhaben. Für Wanderungen, Baustellen und alle anderen Orte, an denen es etwas rauer zugeht, ist das Gerät damit gut gerüstet.

Kamera besser als bei anderen Outdoor-Geräten
Die Kamera verdiente sich im Test das Prädikat „zweckmäßig“. Mit den Fähigkeiten von Multi-Kamera-Setups, wie man sie mittlerweile selbst in der 300-Euro-Klasse findet, kann die einzelne 12-Megapixel-Linse des CAT S52 nicht mithalten. Sie liefert aber auch keine unbrauchbaren Bilder. Draußen gelingen grundsolide Schnappschüsse, die gut ausgeleuchtet, scharf und farbecht sind. Je schlechter aber das Licht wird, umso schlechter werden auch die Ergebnisse: In nicht allzu hellem Kunstlicht rauschen die Bilder schnell, überdies kommt es schneller zu Verwacklern. Alles in allem ist die Kamera des CAT S52 besser als jene manch anderer Outdoor-Smartphones, die Kompaktkamera ersetzt sie aber nicht.

Mittelprächtiges Display, fehlende LTE-Frequenzen
Das Display ist ebenfalls eher mittelprächtig. Zwar überzeugt es in puncto Maximalhelligkeit und sollte auch draußen und von der Seite gut ablesbar sein, gleichzeitig ist die gebotene Auflösung für ein Gerät dieser Preisklasse aber schlicht unzeitgemäß gering. Der Akkulaufzeit hilft es auch kaum auf die Sprünge: Im Test mussten wir das CAT S52 bei durchschnittlicher Nutzung täglich laden, Reserven für einen zweiten Tag bietet der 3100-mAh-Stromlieferant kaum.

Dass man das Display auch mit nassen Fingern oder Handschuhen bedienen kann, ist ein Plus. Der Fingerscanner an der Rückseite arbeitete im Test zuverlässig. Auslandsreisende sollten beim S52 vor dem Kauf einen Blick auf die verfügbaren LTE-Frequenzen werfen: das Gerät unterstützt nicht jede Frequenz.

Die Software orientiert sich an den Android-Standards, weicht aber dort und da - etwa bei den Navigationselementen - von den Google-Vorgaben ab. Einige vorinstallierte Dreingaben liefert der Hersteller mit, darunter ein App-Verzeichnis für Outdoor-Anwendungen.

Fazit: In seinem Kerngeschäft, ein möglichst robustes Gerät für den Outdoor-Einsatz zu sein, macht sich das CAT S52 ganz gut. Unseren Härtetest mit mehreren Stürzen und Wasserkontakt hat das Gerät ohne Probleme überstanden, das helle Display, das gute Handling und Features wie der Handschuh-Modus machen sich hier ebenfalls bezahlt. Bei einem Preis von über 400 Euro dürfte sich manch ein User aber mehr Bildschirmauflösung, eine stärkere Kamera und einen dickeren Akku wünschen.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger
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