Landwirtschaft in OÖ:

Fast ein Monat Regen fehlt Bauern mit Viehweiden

Mehr Hitzetage, weniger Regen: Peter Frühwirth, Grünlandexperte, hat sich die Niederschlags- und Temperaturentwicklung in den letzten 30 Jahren in OÖ angesehen: „Die Ertragsfähigkeit des Grünlandes ist gefährdet.“ Die Landwirtschaftskammer (LKOÖ) bietet Bauern Unterstützung, ihre Bewirtschaftung anzupassen.

Die Untersuchung von Peter Frühwirth hat die Messungen seit 2001 zusammengetragen. Er stellt fest: „Seither nehmen die Niederschläge während der Wachstumsperiode des Grünlands ab, zum Teil sogar drastisch.“ Besonders betroffen ist das Mühlviertel, weil hier der Boden auch weniger Wasserspeicherfähigkeit hat. Hier fehlt im Trendverlauf mittlerweile fast ein Monat Niederschlag. Bei den Tagesmitteltemperaturen zeigt die Region Innviertel und Hausruck mit 1,3 Celsius die stärkste Erwärmung in den letzten 18 Jahren. Für die Futterwiesen bedeutet das Stress: „Die Ertragsfähigkeit des Wirtschaftsgrünlands sinkt“, so Frühwirth – siehe Interview. Die Landwirte könnten aber gegensteuern, etwa indem Kleesorten und Gräser angebaut werden, die mit Trockenheit besser zurechtkommen.

Die LKOÖ bietet eine Bildungsinitiative an, die auch kostenlose Bodenproben beinhaltet, um das für einen Betrieb passende Bewirtschaftungskonzept zu erstellen. Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger weist auch auf die „Dürreversicherung“ hin, die mittlerweile in fast allen Katastralgemeinden genutzt wird.

„Eine Kuh braucht Klee und Gräser!“
Peter Frühwirth zeigt mit einer Studie auf, wie die Temperatur ansteigt. Der Grünlandexperte der LKOÖ sagt auch, wie es weitergeht.

„Krone“: Wird Wasser für Bauern immer kostbarer?
Peter Frühwirth: Ja, jeder Landwirt sollte in Gedanken durchspielen, wie er das Wassermanagement auf seinem Hof verbessern kann.

„Krone“: Was bedeutet das für die Viehweiden?
Peter Frühwirth: Eine Kuh braucht Klee und Gräser! Viele Arten halten die Erwärmung nicht aus. Man sollte daher aktiv Arten fördern, die mit der Trockenheit gut zurechtkommen.

„Krone“: Schon jetzt müssen viele Landwirte immer mehr Futter zukaufen.
Peter Frühwirth: Es gibt auch die Idee, dass Grünland- und Ackerbauern kooperieren, um das Grünfutter für das Vieh abzusichern. Dazu gibt es schon ein Vertragsmodell von den Maschinenringen.

„Krone“: Im Mühlviertel sind die Niederschläge um 75,8 Millimeter gesunken. Wie geht es weiter?
Peter Frühwirth: Wir sind schon mitten im Klimawandel angekommen. Es wird nicht besser, sondern der Stress des Grünlands wird in den nächsten Jahren immer größer.

Elisabeth Rathenböck, Kronen Zeitung

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