Von den 695 im ersten Halbjahr eingegangenen Hinweisen mit tatsächlich kinderpornografischen Inhalten betrafen 432 (rund 62 Prozent) Server in den USA, 76 (rund elf Prozent) in Deutschland, 52 (rund 7,5 Prozent) in Russland und 45 (rund 6,5 Prozent) in den Niederlanden. Doch auch Kanada (25, rund 3,6 Prozent), Großbritannien (15, rund 2,2 Prozent) und Japan (13, rund 1,9 Prozent) waren unter den Ländern, in denen Kinderpornografie gehostet wurde.
Die USA sind - trotz vorhandener Hotline - aufgrund der hohen Serverdichte und unterschiedlichen rechtlichen Rahmenbedingungen stets Spitzenreiter als Host-Land für Kinderpornografie. Russland hingegen hat seit dem Einrichten eigener Meldestellen und Anpassungen in der Gesetzgebung die Anzahl der Sites mit kinderpornografischen Inhalten stark reduzieren können.
Stopline: Gegen Kinderpornos und Wiederbetätigung
"Die Stopline der ISPA ist eine enorm wichtige Einrichtung im Kampf gegen Kinderpornografie und Wiederbetätigung im Internet", sagte Andreas Wildberger, Generalsekretär der ISPA. Bei der Stopline können illegale Inhalte, die Kinderpornografie gemäß Paragraf 207a StGB oder nationalsozialistische Wiederbetätigung gemäß Verbots- und Abzeichengesetz betreffen, anonym gemeldet werden.
Nach Eingang eines Hinweises bei Stopline überprüfen die Mitarbeiter, ob das Material tatsächlich illegal im Sinne der österreichischen Gesetze ist. In diesem Fall werden sofort die zuständige Exekutive, der gegebenenfalls betroffene österreichische Provider und die ausländischen Partner-Hotlines von INHOPE, einem Netzwerk von Hotlines gegen illegale Inhalte im Internet, informiert.
"Löschung funktioniert problemlos"
"In Österreich funktioniert die Löschung der illegalen Inhalte völlig problemlos", so die Projektleiterin Barbara Schloßbauer. "Nach der internen Überprüfung eines eingegangenen Hinweises wird dieser an die Exekutive gemeldet. Diese führt eine Beweissicherung durch und danach löscht der Provider die illegalen Daten. Der ganze Prozess dauert oft weniger als eine Stunde."
Befinden sich die kinderpornografischen Inhalte auf Servern im Ausland, wird zunächst die Meldestelle im betroffenen Land kontaktiert. Diese bemüht sich dann so rasch wie möglich über den Provider in ihrem Land die Inhalte aus dem Netz zu entfernen. "Es ist unserer Erfahrung nach keineswegs so, dass das Löschen im Ausland ganz schwierig oder gar unmöglich ist", erklärte Schloßbauer.
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