06.07.2010 18:45 |

97. Tour de France

Cancellara wieder in Gelb ++ Armstrong fällt weit zurück

Fabian Cancellara ist zurück an der Spitze der Tour de France. Lediglich einen einzigen Tag hatte der Schweizer Klassikerjäger das Gelbe Trikot abgeben müssen. Am Dienstag holte sich Cancellara das begehrte Kleidungsstück auf der spektakulären Kopfsteinpflaster-Etappe von Wanze in Belgien über 213 km nach Arenberg in Nordfrankreich zurück. Den Tagessieg im Sprint einer sechsköpfigen Gruppe sicherte sich der Norweger Thor Hushovd.

Mehr oder weniger schwere Rückschläge im Kampf um den Gesamtsieg setzte es dagegen für den Topfavoriten und den Rekordsieger. Während sich Titelverteidiger Alberto Contador mit etwas mehr als einer Minute Rückstand als 13. ins Ziel rettete, verlor Rekordchampion Lance Armstrong nach einem Vorderrad-Defekt mehr als zwei Minuten. In der Gesamtwertung liegt Contador nach drei Etappen 1:40 Minuten, Armstrong 2:30 Minuten hinter Cancellara.

23 Sekunden Vorsprung herausgefahren
Der Schweizer, der den Prolog in Rotterdam gewonnen hatte, das Trikot am Montag aber unter kontroversen Umständen an den Franzosen Sylvain Chavanel hatte abgeben müssen (siehe Infobox), führt nun 23 Sekunden vor dem britischen Meister Geraint Thomas und 39 Sekunden vor Weltmeister Cadel Evans. Neben Evans kam mit Andy Schleck ein weiterer Mitfavorit im Kampf um den Gesamtsieg in der Spitzengruppe im vom Klassiker Paris-Roubaix bekannten Wald von Arenberg an.

Großes Pech hatte dagegen sein Bruder Fränk Schleck. Der Tour-Fünfte der beiden vergangenen Jahre zog sich bei einem schweren Sturz auf dem vierten von sieben Kopfsteinpflaster-Abschnitten 26 km vor dem Ziel einen Schlüsselbeinbruch zu und musste aufgeben. "Das ist traurig für unser Team und traurig für die gesamte Tour", sagte Saxo-Bank-Teamchef Bjarne Rijs. Auch der bisherige Leader Chavanel verlor nach zwei Defekten fast vier Minuten.

Souveräner Sprintsieg durch Hushvod
Hushovd holte sich seinen insgesamt neunten Tour-Etappensieg mit einem souveränen Sprintsieg vor Thomas und Evans. Am Vortag war der 32-Jährige vom Team Cervelo noch verärgert gewesen, dass ihn ein Stillhalteabkommen im Feld im Finish aller Chancen beraubt hatte. "Ich war nicht ganz glücklich, das hat mich zusätzlich motiviert", erklärte Hushovd. "Heute ist alles perfekt für mich gelaufen. Es war ein schwieriges Rennen, aber ich mag Kopfsteinpflaster."

Gleiches gilt für Cancellara, der heuer bereits zum zweiten Mal Paris-Roubaix gewonnen hatte. "Gestern habe ich gegeben, heute habe ich etwas zurückbekommen", erklärte der Schweizer, der sich am Vortag im Feld als "Patron" für eine Neutralisation stark gemacht hatte, um den Schleck-Brüdern nach Stürzen den Anschluss an die Spitze zu ermöglichen. Damit hatte Cancellara für seine Teamkollegen auch Gelb geopfert. "Jetzt haben wir Fränk verloren, das schmerzt."

Österreicher knapp unter den Top 100
Lange hatte eine siebenköpfige Gruppe geführt, ehe sie auf dem Kopfsteinpflaster von Cancellara und Co. gestellt wurde. Als einziger dieser Fahrer hatte sich Ryder Hesjedal an der Spitze gehalten, der Kanadier belegte Rang fünf. Die österreichischen Tour-Debütanten Thomas Rohregger und Markus Eibegger kamen mit einer größeren Gruppe und 6:28 Minuten Rückstand ins Ziel, rangieren in der Gesamtwertung auf den Plätzen 97 und 98. Der Steirer Bernhard Eisel, 2006 Fünfter bei Paris-Roubaix, verlor 9:49 Minuten.

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