Saß in Abschiebehaft

Ex-Bundesliga-Star schießt gegen Österreich

Nachdem er vor Weihnachten elf Tage in Abschiebehaft in Österreich saß, hat sich nun der ehemalige Bundesliga-Star Mo Idrissou erstmals zu der Causa geäußert. „Das hat kein Mensch verdient. Ich werde nie wieder nach Österreich zurückkehren“, sagte der 39-jährige Kameruner gegenüber der deutschen „Bild“-Zeitung.

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Was war passiert? Der ehemalige Fußball-Profi (307 Spiele in den zwei höchsten deutschen Ligen für unter anderem Frankfurt, Mönchengladbach und Freiburg, außerdem war er 2010 WM-Teilnehmer), beim steirischen Landesligaklub DSV Leoben engagiert, wurde Mitte Dezember festgenommen. Es gab Probleme mit seiner Aufenthaltsgenehmigung. „Ich hab’ nicht einmal gewusst, dass er in der Steiermark ist. Er ist vor einem Monat nach Ende der Herbstsaison heim nach Deutschland gefahren“, sagte Leoben-Obmann Eduard Lieber damals zur „Krone“.

Bereits im Herbst hatte Idrissou einige Spiele seines Klubs verpasst, da er alle benötigten Dinge erledigen wollte. „Ich habe ihm sogar schon eine Arbeitsbewilligung besorgt gehabt. Das Visum ist aber Sache des Spielers“, so der Obmann. Und auch eine Arbeitsstelle hatte der Kameruner bereits in Aussicht.

Wie Idrissou nun erzählte, sei er gerade in Düsseldorf bei seinem Sohn gewesen, als seine Teamkollegen aus Leoben anriefen. „Die Polizei würde nach mir suchen, und ich solle mich melden“, so Idrissou. Der Stürmer reiste zurück und meldete sich bei der Behörde, kam dann wegen einer abgelaufenen Aufenthaltsgenehmigung in Abschiebehaft.

Laut eigenen Angaben besitzt der Kameruner aber eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung. „Ich verstand die Welt nicht mehr. Nur mein Pass war abgelaufen. Ich hatte allerdings auch einen neuen dabei, den wollte aber keiner sehen“, beklagt der Ex-Nationalspieler. „Das hat kein Mensch verdient. So was macht man nicht in einem Rechtsstaat. Ich habe keine Gesetze überschritten, das macht mich unendlich traurig.“

Idrissou verdächtigt den Anwalt seiner ehemaligen Lebensgefährtin, den Behörden einen Hinweis gegeben zu haben. Nach elf Tagen in Haft kam der 39-Jährige am 23. Dezember mit Hilfe eines Anwalts frei und reiste sofort zurück nach Deutschland. Ich habe direkt meinen bis Sommer laufenden Vertrag aufgelöst. Ich werde nie wieder nach Österreich zurückkehren“, so Idrissou.

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Mittwoch, 18. Mai 2022
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