Abschlussbericht

Missbrauchsskandal um Arzt: 111 Buben als Opfer!

Nun steht es fest: An insgesamt 111 Buben hat sich ein Arzt aus dem oberösterreichischen Salzkammergut vergangen, gegen den bereits seit Längerem ermittelt wird. Im Laufe der Erhebungen traten immer mehr Fälle von schwerem sexuellen Missbrauch an Minderjährigen zutage. Der Verdächtige dürfte seinen Patienten, rund 40 von ihnen waren bei den Übergriffen unter 14 Jahre alt, weisgemacht haben, dass die sexuellen Handlungen Teil der Behandlung sind.

Seit Eröffnung der Praxis des Mediziners im Jahr 2000 bis zu seiner Verhaftung Anfang des heurigen Jahres sei es zu den Übergriffen gekommen, zitierte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Christoph Weber, aus dem Abschlussbericht. Die minderjährigen Buben, rund 40 von ihnen unter 14 Jahre, waren als Patienten intim von dem Arzt untersucht worden. Dabei erklärte er den Opfern offenbar, dass sein Vorgehen zur Behandlung dazugehöre.

Übergriffe auch außerhalb der Ordination
Einigen soll der dringend Tatverdächtige kleine Geldgeschenke gemacht und sie in sein Haus am Attersee eingeladen haben. Dort zeigte er ihnen offenbar Pornofilme und dürfte sich an ihnen vergangen haben. 30 Opfer, die auf diese Weise außerhalb der Ordination missbraucht wurden, konnten dokumentiert werden.
Doch auch in seinem Ferienhaus in Ägypten hatte sich der Arzt an einem jungen Patienten im Alter von damals erst zwölf Jahren vergriffen. Das Opfer hat sich dem Strafverfahren angeschlossen, hieß es.

Von den 111 Opfern haben laut Gutachten drei „schwere Folgenschäden“ davongetragen. Der Strafrahmen dürfte sich deshalb von zehn auf bis zu 15 Jahre erhöhen, hieß es weiter.

Mutter eines Opfers brachte Fall ins Rollen
Der verdächtige 55-Jährige befindet sich seit Ende Jänner in U-Haft. Ins Rollen gebracht hatte den Fall die Mutter eines 15 Jahre alten Buben, der offenbar seit seinem zwölften Lebensjahr von dem Arzt sexuell missbraucht worden war. Nachdem die Vorwürfe publik geworden waren, ließ sich der Mediziner von der Ärzteliste streichen. Mit einer Anklage ist Anfang des kommenden Jahres zu rechnen. 

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