10.11.2019 16:29 |

„Verdammtes Programm“

Ist Apples neue Kreditkarte „sexistisch“?

Apple sieht sich mit einer Kundenbeschwerde über mögliche Geschlechterdiskriminierung konfrontiert: Die New Yorker Finanzaufsicht überprüft, ob bei der neuen Kreditkarte des Unternehmens „alle Kunden unabhängig vom Geschlecht gleich behandelt werden“.

Der Unternehmer David Heinemeier Hansson hatte sich zuvor in einer Reihe von Twitter-Mitteilungen beschwert, die Apple Card sei ein „verdammtes sexistisches Programm“. Ein Algorithmus der Karte habe ihm selbst einen 20-mal höheren Kreditrahmen eingeräumt als seiner Ehefrau, obwohl sie beide gemeinsam steuerlich veranlagt würden.

„Algorithmus hat das Sagen“
„Apple und Goldman Sachs haben beide akzeptiert, dass sie keine Kontrolle über das Produkt haben, das sie verkaufen. DER ALGORITHMUS hat jetzt das Sagen“, schreibt Hansson auf Twitter. Er hoffe auf „Gnade“ für die „nächsten potenziellen Opfer“.

Hansson hatte zudem über seine endlosen fruchtlosen Konversationen mit dem Apple-Kundendienst berichtet, wo ihm niemand die Ungleichbehandlung habe erklären können und der Algorithmus verantwortlich gemacht worden sei. Wenn nicht einmal Steve Wozniak (einer der Gründer von Apple, Anmerkung) in der Lage sei, die „fehlerhaften Bonitätsbestimmungen zu erklären oder zu korrigieren“, wüsste man, wie es um das System bestellt sei. Die Tweets erregten im Internet großes Aufsehen.

Kreditrahmen basiert nicht auf „verbotener Grundlage“
Ein Sprecher des Geldhauses Goldman Sachs, das die Kreditkarte herausgibt, erklärte, Entscheidungen über den Kreditrahmen basierten „auf der Kreditwürdigkeit eines Kunden und nicht auf Faktoren wie Geschlecht, Rasse, Alter, sexueller Orientierung oder irgendeiner anderen vom Gesetz verbotenen Grundlage“.

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