09.11.2019 06:00 |

Steirischer Erfinder

„Daniel Düsentrieb ist meine Lieblingsfigur“

Mit dem heutigen „Tag der Erfinder“ feiert das Land all unsere klugen Köpfe und ihre pfiffigen Ideen. Die „Krone“ hat sich mit einem dieser beeindruckenden Genies, dem TU-Professor und Erfinder Dieter Schmalstieg, unterhalten.

„Krone“: Herr Professor Schmalstieg, sieben Patente in fünf Jahren - 2017 wurden Sie als erfolgreichster Erfinder der Technischen Uni Graz mit der Nikola-Tesla-Medaille geehrt. Was bedeutet das für einen Erfindergeist wie Sie?
Wie die meisten universitären Forscher konzentriere ich mich auf Veröffentlichungen in Fachzeitschriften. Patente entstehen eher durch die Zusammenarbeit mit Industrieunternehmen, wo sie für deren Geschäftstätigkeit wichtig sind. In diesem Fall veröffentlichen wir die wissenschaftlichen Arbeiten nach Einreichung zum Patent, weil es dann nicht mehr „neuheitsschädlich“ ist. Die Tesla-Medaille zeigt für mich in erster Linie, dass das eine gute Strategie ist. Bezüglich der Zahl der Patente habe ich keinen besonderen sportlichen Ehrgeiz (lacht).

Die Steiermark ist österreichweit mit einer Quote von knapp fünf Prozent das Forscherland schlechthin. Woran könnte das liegen?
Es gibt ja nur drei technische Universitäten im Land, davon zwei in der Steiermark (Graz und Leoben, Anm.). Dort konzentrieren sich halt viele kluge Leute.

Welche Erfindungen haben Ihrer Meinung nach die Welt besonders geprägt?
Ich kann offensichtliche Dinge erwähnen, wie Feuer, Ackerbau, Buchdruck oder – leider – die Atombombe. Interessanter ist die dramatisch gesteigerte Häufigkeit der bahnbrechenden Erfindungen wie Internet oder Smartphone. Früher gab es Bahnbrechendes alle hundert Jahre, heute schon eher alle zehn Jahre.

In welchen Bereichen werden die großen Erfindungen der Zukunft zu finden sein?
Im Maschinenbau oder in der Elektrotechnik weniger als früher, dafür mehr in Physik, Chemie und natürlich, am wichtigsten von allen, in der Informatik. Sie bestimmt wesentlich die Innovation aller anderen Forschungsbereiche. Wie Anton Zeilinger (ein erfolgreicher österreichischer Quantenphysiker, Anm.) sagt: „Information ist der Urstoff des Universums.“

Wir Laien neigen dazu, alle Forscher und Erfinder mit der Comicfigur Daniel Düsentrieb gleichzusetzen. Das ist hoffentlich keine Beleidigung?
Daniel Düsentrieb ist ja ausgesprochen sympathisch. Für mich ganz klar die Lieblingsfigur aus Entenhausen.

Wann und wo „erfinden“ Sie am liebsten. Wie müssen die Umgebung, das Drumherum für Sie sein?
Ganz ohne Bürokratie (zwinkert).

Woran arbeiten Sie gerade?
Die Virtual-Reality-Technologie so weiterzuentwickeln, dass sie wirklich benutzbar wird.

Haben Sie eine „Lieblingserfindung“?
Ein wiederkehrendes Thema unserer Arbeit ist der „virtuelle Röntgenblick“, um mit Hilfe der Computergrafik Verborgenes sichtbar zu machen. Das ist doch eine schöne „Superkraft“.

Was geben Sie jungen Forschern mit auf den Weg?
Mit genug technischer Kompetenz kann man es sich als junger Forscher oder Entwickler glücklicherweise leisten, aus vielen spannenden Arbeitsmöglichkeiten auszuwählen. Das ist meiner Ansicht nach sehr viel wert und nutzt sich über die Berufsjahre hinweg auch wenig bis gar nicht ab. Eine technische Ausbildung oder Berufswahl zahlt sich aus.

Eva Stockner
Eva Stockner
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