31.10.2019 15:22 |

Das ging schnell

PSA und Fiat Chrysler einig über Großfusion!

Der französische Opel-Mutterkonzern PSA und der italienisch-amerikanische Automobilhersteller Fiat Chrysler (FCA) haben sich auf offizielle Fusionsgespräche verständigt. Damit soll der weltweit viertgrößte Hersteller entstehen mit einem angestrebten Absatz von 8,7 Millionen Fahrzeugen pro Jahr.

Damit soll der nach Verkaufszahlen viertgrößte Autobauer der Welt entstehen - hinter Volkswagen, der Renault-Nissan-Allianz und Toyota. Die IG Metall will sich für die „Eigenständigkeit“ von Opel einsetzen. Werksschließungen sind laut PSA und Fiat Chrysler nicht geplant.

Der Aufsichtsrat von PSA und der Verwaltungsrat von Fiat Chrysler stimmten einer Fusion unter Gleichen zu, wie es in der gemeinsamen Erklärung heißt: Die Aktionäre der beiden Gruppen werden damit jeweils 50 Prozent des Kapitals halten. Der Wert des neuen Konzerns wird auf rund 50 Milliarden Dollar (45 Milliarden Euro) geschätzt. Zusammen verkauften beide Konzerne zuletzt 8,7 Millionen Fahrzeuge im Jahr.

Der deutsche Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer hatte am Mittwoch gewarnt, Opel könne bei der Fusion „den schwarzen Peter“ ziehen. Für fraglich hält es der Professor für Automobilwirtschaft an der Universität Duisburg-Essen etwa, ob PSA und Fiat Chrysler das Rüsselsheimer Opel-Entwicklungszentrum weiter betreiben wollen. Bereits der aktuelle Sanierungsplan sieht einen Abbau von 2000 der 6400 Stellen in Rüsselsheim vor.

PSA führt neben Opel die Marken Peugeot, DS und Citroen. Fiat Chrysler hat die Marken Alfa Romeo, Chrysler, Dodge, Jeep, Lancia und Maserati unter seinem Dach. Opel gehört seit gut zwei Jahren zu PSA und wird mit harter Hand auf Effizienz und Gewinne getrimmt.

In der gemeinsamen Erklärung ist von jährlichen „Synergien“ von 3,7 Milliarden Euro die Rede. Diese sollten vor allem durch verbesserte Investitionen und Produktionsprozesse erzielt werden und „nicht durch Werksschließungen“, betonten die Konzerne.

PSA-Chef Carlos Tavares soll das fusionierte Unternehmen leiten. Der Verwaltungsratschef von Fiat Chrysler (FCA), John Elkann, soll dem Aufsichtsgremium auch in dem neuen Konzern vorstehen. Offenbar aus steuerlichen Gründen soll die fusionierte Gruppe ihren Sitz in den Niederlanden haben.

Mit dem Zusammenschluss wollen PSA und Fiat Chrysler das Thema Elektromobilität gemeinsam angehen. Die Fusion würde PSA zudem einen Zugang zum US-Markt geben, wo Fiat Chrysler unter anderem mit den Marken Jeep und Dodge RAM in sehr lukrativen Segmenten aktiv ist. Fiat Chrysler wiederum braucht einen Partner für den asiatischen Markt und will seine Rolle in Europa stärken.

Die französische Regierung bekräftigte, dass sie die Pläne grundsätzlich wohlwollend sieht, da PSA damit im internationalen Wettbewerb stärker aufgestellt sei. Wirtschaftsminister Bruno Le Maire betonte aber, er sei „wachsam“ beim Erhalt der Standorte.

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