17.10.2019 13:15 |

48 Ladungen nötig

Wiener Kult-Bau „Rinterzelt“ gesprengt

Spektakuläre Gebäudesprengungen gibt es in Wien sehr selten. Donnerstagmittag war es so weit: Das „Rinterzelt“ der MA 48 in der Percostraße in Donaustadt hat sein Ende gefunden. 48 Sprengladungen zerlegten die in die Jahre gekommene Abfallsortieranlage. Das macht Platz für einen neuen Standort für fast 600 Mitarbeiter.

„Drei, zwei, eins“ - Schaulustige, Fotografen und Umweltstadträtin Ulli Sima (SPÖ) postieren sich in sicherer Entfernung, um dem spektakulären Abriss beizuwohnen. An den tonnenschweren Dachbalken sind je drei Sprengladungen angebracht, weitere am Mittelturm und im Bereich der unteren Auflager der Balken.

Ein Knall, eine Detonation, ein leichtes Zittern des Bodens. Dann brechen die Balken entzwei, und das Dach sackt in sich zusammen. Applaus. Es staubt, langsam verzieht sich der Nebel. Wie zum Trotz ragt inmitten der Trümmer noch der Stumpf des Mittelturms empor. Stahlbeton - fast unverwüstlich. Doch das ist so geplant.

Den Rest erledigt ein Bagger. Er wird mit einem Schwerlastkran auf das Zerstörungswerk gesetzt und wird sich von oben nach unten graben. Das Material wird großteils wiederverwendet oder thermisch verwertet. Nur ein kleiner Teil landet auf der Deponie.

Konstruktion und Form waren nicht mehr zeitgemäß
Der Abriss des weithin sichtbaren Zelts wurde seit 2018 vorbereitet. In der Halle ist zu wenig Licht, es fehlt der Brandschutz, Konstruktion und Form seien nicht mehr zeitgemäß gewesen, argumentiert die MA 48. Statt einer Sanierung kommt ein Neubau für 400 Mitarbeiter der orangen Abfalltruppe sowie für 170 Mitarbeiter von Wien Kanal. Die Bündelung spielt andere Außenstellen wie die Garage Brigittenau frei.

Alex Schönherr und Philipp Wagner, Kronen Zeitung

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