14.10.2019 23:05 |

Ein 911er, ein Macan

Das sind die „bösen“ Porsche in den Reihen der SPÖ

Als wenn es in der SPÖ derzeit nicht schon genug echte Probleme gäbe, haben die Sozialdemokraten auch noch ein echtes Luxus-Problem - genauer gesagt ist es wohl eher eine Neid-Debatte. Denn weder der als Gebrauchtwagen gekaufte Porsche Macan des Tiroler SPÖ-Landeschefs Georg Dornauer noch der mehr als 20 Jahre alte Porsche 911 des zurückgetretenen SPÖ-Bundesgeschäftsführers Thomas Drozda ist - nüchtern betrachtet - als unvernünftiges Luxusgut zu bezeichnen.

Dornauer bekommt wegen seines Zuffenhausener SUVs sogar aus den eigenen Reihen harschen Gegenwind zu spüren und will seinen Porsche wieder hergeben.

Dornauers Porsche Macan
Es geht um einen Porsche Macan S Diesel, wie ihn krone.at vor viereinhalb Jahren getestet hat. Ab rund 70.000 Euro war er damals zu haben, plus Extras. Dornauers Angaben zufolge ist sein Wagen fünf Jahre alt, er besitze ihn seit zwei Jahren. Gut ausgestattete Macan Diesel dieses Alters findet man bei Gebrauchtwagenportalen bereits unter 40.000 Euro. Der Werterhalt eines Porsche ist grundsätzlich überdurchschnittlich gut, auch die Qualität wird von einschlägigen Gebrauchtwagen-Tests und -Statistiken regelmäßig unterstrichen.

Unter der Haube arbeitet ein Dreiliter-Sechszylinder-Diesel von Audi, der auf eine Maximalleistung von 258 PS und ein maximales Drehmoment von 580 Nm bei 1.750/min. kommt. Das recht drahtige 1,9-Tonnen-SUV beschleunigt in 6,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h. Trotzdem ist der Verbrauch nicht exorbitant hoch. Nach NEFZ verbraucht der Wagen 6,3 l/100 km, krone.at kam im nicht zimperlich gefahrenen Test auf durchschnittlich 8,5 l/100 km. Mittlerweile bietet Porsche übrigens keine Dieselmotoren mehr an.

Die elektromechanische Servolenkung bietet gute Rückmeldung. Für präzises Einlenken ist der Macan serienmäßig mischbereift, hat vorne 235er-Reifen montiert, hinten 255er.

Praktisch ist der Macan auch. Die Heckklappe wird elektrisch bedient und verbirgt 500 bis 1500 Liter Platz, die Rückbank ist 40: 20: 40 geteilt. Auch auf der Rückbank sitzt man nicht unbequem. Mit 4,70 Metern Länge ist er ungefähr so lang wie ein Skoda Octavia.

Drozdas Porsche 911 Targa
Der zurückgetretene SPÖ-Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda wurde fotografiert, als er nach dem Rücktritt seine persönlichen Gegenstände in der SPÖ-Zentrale abholte. Dass er dazu mit seinem Porsche 911 Targa vorfuhr, wurde ihm negativ ausgelegt.

Dabei handelt es sich um ein mindestens 20 Jahre altes Modell der Baureihe 993. Es ist die letzte 911er-Serie mit luftgekühlten Motoren, und die ist aus genau diesem Grund bei Fans besonders beliebt. Im Internet werden dafür rund 80.000 Euro aufgerufen. Ein wesentlicher Wertverlust ist bei solchen Autos kaum zu erwarten, es sind Liebhaberfahrzeuge. Alte Porsche-Modelle kann man durchaus auch als Wertanlage sehen.

Der 3,6-Liter-Boxermotor im Heck leistet 286 PS und liefert 340 Nm bei 5250/min., via Sechsganggetriebe oder Tiptronic werden die Hinterräder angetrieben. Als Höchstgeschwindigkeit werden 270 km/h angegeben, als Sprintwert 5,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h.

Es gibt für beide Fahrzeuge gute Gründe, durchaus auch vernünftige. Grundsätzlich gilt: Politiker verdienen in Österreich nicht schlecht, und auch das hat Gründe. Wären sie schlecht bezahlt, würden sich wohl kaum fähige Köpfe dafür finden. Ganz grundsätzlich. Ob man mit den Leistungen jedes einzelnen Politikers tatsächlich zufrieden ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Diese Diskussion gehört jedoch nicht hierher. Und auch ein Sozialdemokrat muss weder in Sack und Asche gehen, noch auf das Auto seiner Wahl verzichten.

Stephan Schätzl
Stephan Schätzl
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