14.10.2019 15:00 |

Veruntreuungsverdacht

Fall Strache: Verdächtigen drohen drei Jahre Haft

Jetzt ist es offiziell: Die Staatsanwaltschaft Wien hat am Montag den „Krone“-Bericht über Ermittlungen im Spesensumpf auch gegen die Ehefrau des gefallenen FPÖ-Parteichefs Heinz-Christian Strache bestätigt. Beide stehen nun - ebenso wie ein ehemaliger Sicherheitsmitarbeiter von Strache und seine ehemalige Büroleiterin - wegen Verdacht der Veruntreuung im Visier der Justiz. Veruntreuung ist kein Kavaliersdelikt: Bei einer Schadenssumme ab 5000 Euro drohen ein bis drei Jahre, über 300.000 Euro sogar bis zu zehn Jahre Gefängnis.

Bis Mittwoch muss sich das blonde Ex-Model ja entscheiden, ob sie als wilde Abgeordnete ins Parlament geht. „Krone“-Leser wissen schon seit Samstag Bescheid: Nach den Lebensbeichten des Ex-Leibwächters und der früheren Büroleiterin von Heinz-Christian Strache rückt jetzt auch dessen Ehefrau Philippa ins Scheinwerferlicht der Soko Ibiza. Bereits seit Ende September wird gegen den gestürzten FPÖ-Chef in der Affäre um den angeblich üppigen Lebensstil und mutmaßlich doppelte Rechnungen auf Steuerzahler- bzw. Parteikosten ermittelt.

Straches weisen Vorwürfe zurück
Jetzt geht es also auch bei Frau Strache „zack, zack, zack“. Sie könnte als beschuldigte Beitragstäterin von dem mutmaßlichen Spesen-Skandal gewusst oder sogar - etwa bei Restaurantbesuchen oder Luxusmode wie Handtaschen & Co. - davon profitiert haben. Sowohl Heinz-Christian als auch Philippa Strache weisen die Anschuldigungen von sich. Zu den Vorwürfen vernommen wurden sie noch nicht.

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Dem Ehepaar Strache wird vorgeworfen, ein Spesenkonto der Partei auch für private Zwecke verwendet zu haben.

Die Justiz bestätigt ein Ermittlungsverfahren

Ibiza-Video, Spesenvorwürfe, Absturz bei Wahlen: FPÖ im Sinkflug
Die Vorwürfe kamen wenige Tage vor der Nationalratswahl am 29. September ans Licht und dürften mitverantwortlich für das desaströse Abschneiden der FPÖ gewesen sein. Die Freiheitlichen erhielten beim Urnengang 16,2 Prozent der Stimmen - ein Rückgang um fast zehn Prozentpunkte. Auslöser der vorzeitigen Wahl war das Ibiza-Video, in dem Strache einer angeblichen russischen Oligarchen-Nichte Staatsaufträge im Gegenzug für Parteispenden in Aussicht zu stellen scheint. An der Affäre war die ÖVP-FPÖ-Koalition im Mai zerbrochen. Auch bei der Vorarlberger Landtagswahl stürzte die FPÖ um fast zehn Prozentpunkte ab. 

Die von der Staatsanwaltschaft Wien offiziell bestätigte Einleitung eines Ermittlungsverfahrens legt sich wie ein dunkler Schatten über die Entscheidung von Philippa Strache, ob sie das Nationalratsmandat annimmt. Bis Mittwoch läuft der Countdown für die ehemalige FPÖ-Tierschutzbeauftragte, von der die Blauen nun nichts mehr wissen wollen (die entsprechende Internetseite existiert nicht mehr) und der sie mit dem sofortige Rauswurf aus dem Parlamentsklub drohen. Sie sei „komplett isoliert, keiner würde mit ihr reden“, warnt ein Politinsider.

Alle Zuschüsse gestrichen
Fürs Familieneinkommen wären die knapp 8800 Euro freilich wichtig, bezieht doch Ehemann Heinz-Christian Strache kein Gehalt mehr. Zudem hat die Partei bereits alle Zuschüsse gestrichen.

Christoph Budin, Kronen Zeitung/krone.at

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