15.09.2019 20:34 |

Spanien-Radrundfahrt

Roglic holt mit Vuelta-Sieg ersten großen Titel!

Der Slowene Primoz Roglic hat mit dem Sieg bei der Vuelta a Espana seinen größten Erfolg geschafft! Der 29-jährige Ex-Skispringer gewann die Spanien-Rundfahrt vor Lokalmatador und Weltmeister Alejandro Valverde. Roglic avancierte damit zum ersten Grand-Tour-Gewinner aus Slowenien, sein drittplatzierter Landsmann Tadej Pogacar komplettierte das Traumergebnis für die kleine Radsport-Nation. Die letzte Etappe ging im Massensprint an den Niederländer Fabio Jakobsen.

Hermann Pernsteiner landete bei seiner zweiten großen Rundfahrt mit über einer halben Stunde Rückstand an der 15. Stelle. Der im Vorjahr verletzt ausgeschiedene Niederösterreicher hatte sich in der Schlusswoche in die Top Ten vorgearbeitet, fiel bei einer durch starken Wind durcheinandergewirbelten Etappe aber wieder zurück. In den Bergen präsentierte sich der Vorjahreszweite der Österreich-Rundfahrt aber bis zum Schluss ausgezeichnet. Sein Topergebnis war ein vierter Rang am vorletzten Tag unmittelbar vor Roglic. Insgesamt konnte er mit den Topstars aber nicht mithalten.

Roglic, 2018 Gesamtvierter der Tour de France, hatte nach einer starken Saison mit Rang drei beim Giro d‘Italia und dem Sieg bei der Tour de Romandie als einer der Topfavoriten gegolten. Unterstützt von seinem stark besetzten Team Jumbo-Visma war der herausragende Zeitfahrer mit hervorragenden Kletterqualitäten schlussendlich der mit Abstand Stärkste. Der Vizeweltmeister von 2017 übernahm auf der zehnten Etappe mit dem Sieg im Zeitfahren das Rote Trikot und behielt es bis zum Ende. Das erst vor sechs Jahren in den Radsport gewechselte frühere Skisprung-Talent parierte danach alle Angriffe von Valverde, von dessen Movistar-Teamkollegen Nairo Quintana und von Miguel Angel Lopez (Astana).

„Dieses Rennen zu gewinnen ist großartig, und mit einem anderen Slowenen an meiner Seite am Podium ist es sogar noch besser. Das ist wirklich schön für unseren Radsport, wir haben ein Stück Geschichte geschrieben“, meinte Roglic.

Neben den Helfern im eigenen Team hatte er in Pogacar, der als jüngster Fahrer im gesamten Feld drei Etappen gewann, einen weiteren starken Verbündeten. Der Grand-Tour-Debütant avancierte zum ersten unter 21-jährigen Podiumsplatzierten bei einer der drei großen Rundfahrten seit 1974. Der zweitplatzierte Ex-Dopingsünder Valverde steht indes mit 39 Jahren zum bereits neunten Mal auf dem Siegerpodest einer großen Tour. Der Vuelta-Gewinner von 2009 ist der erste amtierende Weltmeister seit 1996, der es unter die Top drei einer der drei großen Landes-Rundfahrten geschafft hat.

Das Ergebnis der 21. Etappe:
1. Fabio Jakobsen (NED) Deceuninck-Quickstep 2:48:20 Std.
2. Sam Bennett (IRL) Bora-Hansgrohe
3. Szymon Sajnok (POL) CCC
4. Jon Izaga (ESP) Caja Rural
5. Edvald Boasson Hagen (NOR) Dimension Data
6. Edward Theuns (BEL) Trek-Segafredo
7. Tosh van der Sande (BEL) Lotto-Soudal
8. Clement Venturini (FRA) AG2R
9. Marc Sarreau (FRA) Groupama-FDJ
10. Dion Smith (AUS) Mitchelton - alle gleiche Zeit

Der Endstand in der Gesamtwertung:
1. Primoz Roglic (SLO) Jumbo-Visma 83:07:31 Std.
2. Alejandro Valverde (ESP) Mobistar + 2:16 Min.
3. Tadej Pogacar (SLO) UAE +2:38
4. Nairo Quintana (COL) Movistar +3:29
5. Miguel Angel Lopez (COL) Astana +4:31
6. Rafal Majka (POL) Bora-Hansgrohe +7:16
7. Wilco Kelderman (NED) Sunweb +9:47
8. Carl Fredrik Hagen (NOR) Lotto-Soudal +12:54
9. Marc Soler (ESP) Movistar +22:10
10. Mikel Nieve (ESP) Mitchelton +22:17
Weiters:

15. Hermann Pernsteiner (AUT) Bahrain-Merida +33:23
36. Felix Großschartner (AUT) Bora-Hansgrohe +2:03:33 Std.

Van Avermaet gewinnt Grand Prix Montreal
Olympiasieger Greg van Avermaet gewann indes zwei Wochen vor der Rad-WM den Grand Prix von Montreal (219,6 km). Der Belgier aus der CCC-Mannschaft gewann im Sprint einer Spitzengruppe vor dem Italiener Diego Ulissi (UAE) und dem Spanier Ivan Garcia Cortina (Bahrain). Die Österreicher um Patrick Konrad landeten nicht im Spitzenfeld.

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