14.09.2019 20:06 |

Heldenhaft gekämpft

Novak sichert Österreichs Sieg nach Thiem-Blamage

Dennis Novak hat am Samstag nach einer überraschenden Niederlage von Dominic Thiem Österreichs Tennis-Davis-Cup-Team doch noch zum 3:2-Sieg über Finnland verholfen. Der 26-jährige Niederösterreicher, der am Vortag wegen einer Verkühlung von Sebastian Ofner hatte ersetzt werden musste, bezwang Harri Heliovaara nach 2:18 Stunden im entscheidenden Schluss-Einzel nach einem Thriller 3:6,6:3,7:6(5). Österreich spielt damit Anfang März 2020 in der Qualifikationsrunde der obersten Davis-Cup-Liga um einen Platz beim Finalturnier der besten 18 Teams in Madrid. Die Auslosung dafür erfolgt im November. 

Die diesjährige Premiere des Events hatte das ÖTV-Team nach einer 2:3-Heimniederlage ohne den erkrankten Thiem gegen Chile verpasst. Damals hatte Novak beim Stand von 2:1 im Tiebreak des Schlusssatzes verloren und den dritten Punkt ausgelassen, dieses Schicksal blieb ihm in Finnland erspart. Novak ließ sich nach dem Matchball auf den Rücken fallen und das ÖTV-Team jubelte mit ihm.

Fast 600 Plätze zwischen ihnen
Doch der Weltranglisten-122., dessen Gegner keinesfalls wie eine Nummer 716 im ATP-Ranking spielte, wollte die Lorbeeren nicht allein einheimsen. „Es war die ganze Teamarbeit. Domi hat gestern gewonnen, die Burschen haben das Doppel gewonnen. Domi hat überraschend heute verloren, aber ich war ready. Es ist einfach eine ganze Teamleistung auch, weil es mir in den letzten zwei Tagen nicht gut gegangen ist, da muss man die ganzen Betreuer natürlich auch erwähnen, die rund um die Uhr für einen da sind“, bedankte sich Novak auch bei den nicht so im Scheinwerferlicht stehenden Teammitgliedern.

Tagelang im Bett gelegen
Nach seiner Erkältung sei er zwei Tage lang im Bett gelegen. „Es war schwer, ich hab das letzte Mal am Mittwoch gespielt und heute vor dem Match eine halbe Stunde eingeschlagen. Der Platz ist auch etwas anders. Ich habe probiert, mich reinzufighten, gut zu servieren und das ist mir dann gut gelungen.“ Nach verlorenem ersten Satz fing sich Novak und schaffte unter dem Jubel auch seines besten Freundes Thiem den Satzgleichstand. Dann führte Novak im Schluss-Satz schon 4:2, doch Heliovaara schaffte dann drei Games en suite. Im alles entscheidenden Tiebreak nutzte dann Novak seinen zweiten Matchball zum Triumph.

„Heuer habe ich gegen Chile das Tiebreak im dritten verloren, wo es um Madrid (Finalturnier) gegangen ist, und ich habe mir jetzt vor dem Tiebreak gedacht ‘das kann es nicht wieder sein, dass das wieder mir passiert‘ und ja, jetzt habe ich es Gott sei Dank heimgeholt“, erinnerte Novak selbst an jenes nicht so gut ausgegangene Drama von Salzburg Anfang Februar. Im Davis Cup könne er einfach immer besonders viel geben. Ein möglicher Grund: „Ich bin eigentlich mehr ein Gruppentyp als ein Einzeltyp, verstehe mich mit allen gut, das taugt mir viel mehr.“

Koubek ehrlich
Die Erleichterung, aber auch die Anspannung von drei Matches en suite auf der Bank, war auch ÖTV-Kapitän Stefan Koubek anzusehen. „Die Finnen haben es spannend gemacht. Die haben sich super präsentiert hier und haben es uns echt schwer gemacht. Bei uns ist von Anfang an nicht alles ganz rund gelaufen, aber als Team haben wir gut zusammengehalten und glücklicherweise drei Matches gewonnen“, meinte Koubek.

Thiem Niederlage fast fatal
Die Ausgangslage war durch die unerwartete Niederlage Thiems dramatisch verschlechtert worden. „Niemand hat damit gerechnet, dass Domi verlieren wird, aber man hat gesehen, dass er eine lange Pause hatte. Er hat einfach Probleme mit dem Timing gehabt“, erklärte der Kärntner. „Zum Glück war Dennis wieder fit, was auch nicht ganz sicher war bis gestern, und Ofi (Ofner) war auch nicht ganz fit. Es ist eigentlich sehr viel schief gelaufen und trotzdem haben wir es gewonnen.“

In Sachen Auslosung für die Qualifikationsrunde im November wollte Koubek noch keine Wünsche äußern. „Ich habe noch nicht so weit geschaut. Man hat hier gesehen, dass man sich auf die Partie, die man vor sich hat, konzentrieren sollte. Das wäre beinahe schief gegangen, aber jetzt lache ich.“

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