07.08.2019 06:32 |

Bereits 245 Todesopfer

7 Ursachen für hohen Blutzoll auf unseren Straßen

Der hohe Blutzoll auf Österreichs Straßen lässt derzeit niemanden kalt. Kinder, Jugendliche und Erwachsene ließen auf Österreichs Straßen, wie berichtet, ihr Leben, seit Beginn des Jahres 2019 sind laut Innenministerium 245 Opfer zu beklagen. Ein jeder Unfall hat seinen eigenen Hergang, seine Geschichte und seine Ursache. Die „Krone“ zeigt sieben Ursachen auf, warum es so oft kracht.

Vorhersehbar sind diese menschlichen Tragödien auf Asphalt so gut wie nie, nur im Nachhinein kann gesammelt, ausgewertet und die Lehre daraus gezogen werden. Insgesamt 36.846 Unfälle im Ortsgebiet und im Freiland mit Personenschaden verzeichnete die Statistik Austria im Jahre 2018 in ganz Österreich – die Zahlen und Ursachen für 2019 deuten bereits jetzt eine ähnliche Höhe und dieselben Muster an. Die Ursachen, geordnet nach der Häufigkeit, sollen hier auch ein Grund für alle Verkehrsteilnehmer zum Nachdenken sein:

  1. Ablenkung: 13.866 Unfälle mit Verletzten gehen auf Unachtsamkeit zurück. Dazu gehören die Ablenkung durch Navis, aber vor allem der Smartphone-Wahn, da WhatsApp, Instagram & Co. stets und sogar am Steuer präsent sein müssen.
  2. Vorrangverletzung: 7841 Unfälle gab es dadurch, angeführt durch Rotflitzer, Drängler und besonders Eilige.
  3. Zu schnell: 4993-mal krachte es, weil Verkehrsteilnehmer die Geschwindigkeitsbegrenzungen teils massiv überschritten.
  4. Abstand: 3122-mal gab es Unfälle mit Verletzten, weil der Sicherheitsabstand nicht eingehalten wurde. Der Klassiker dabei ist der Auffahrunfall.
  5. Beeinträchtigung: 2803-mal klickte der Zähler bei Alkohol, Medikamenten und Drogen am Steuer (1963), Übermüdung (422) und aus gesundheitlichen Gründen (418).
  6. Missachtung: 1652-mal wurden Gebote und Verbote missachtet (Einbahn, Abbiegeverbote), wieder wurden dadurch Menschen verletzt.
  7. Mit 1087 Unfällen endet die Statistik und führt das Überholen als Unfallursache an.

Trauriges Detail am Ende der Statistik: Im vergangenen Jahr verunglückten insgesamt fast 2900 Kinder im Straßenverkehr, das sind pro Tag acht Kinder zwischen 0 und 14 Jahren. In einigen Fällen endete dies auch 2019 tödlich, wie in den vergangenen Tagen in Niederösterreich und Kärnten.

Video: Zwei Mädchen bei Verkehrsdrama getötet

Aktuelle Unfallstatistik aus den Bundesländern
Unfall-Hotspots in den Bundesländern sowie Verkehrstote gesamt seit Jahresbeginn (Stand 4. August, Quelle: BMI)

  • Salzburg: B311 zwischen Saalfelden und Weißbach, B156 bei Anthering; bisher 24 Tote.
  • Tirol: B171 Tiroler Straße, B178 Loferer Straße, B179 Fernpassstraße, B182 Brennerstraße; bisher 18 Tote.
  • Niederösterreich: B1, B3, B17; bisher 57 Tote.
  • Burgenland: B50, S31; bisher 16 Tote.
  • Steiermark: B 320 zwischen Liezen und Schladming; bisher 49 Tote.
  • Wien: bisher sechs Tote.
  • Kärnten: S37 St. Veiter Schnellstraße und Friesacher Bundesstraße, B92 Görtschitztal Bundesstraße, B100 Drautal Bundesstraße; bisher elf Tote.
  • Vorarlberg: Pfändertunnel auf der Rheintalautobahn A14; bisher neun Tote.
  • Oberösterreich: Wiener Bundesstraße B1 in Hörsching; bisher 55 Tote.

Minister prüft Schutz für Kinder
Radanhänger und E-Bikes im Visier: Nach den tödlichen Unfällen reagiert endlich die Politik und will gesetzlich nachbessern. Die Beförderung von jungen Menschen auf beziehungsweise mit Fahrrädern wird untersucht und ausgewertet, das kündigt Verkehrsminister Andreas Reichhardt an: „Das Ministerium prüft nun, welche Maßnahmen getroffen werden müssen, um für die immer häufiger verwendeten Fahrradanhänger und Lastenräder die notwendige Sicherheit beim Transport von Kindern zu gewährleisten. Während Verkehrssicherheit einerseits durch die Vernunft und Umsicht aller Verkehrsteilnehmer zu erreichen ist, müssen andererseits die gesetzlichen Rahmenbedingungen an neue Gefährte angepasst werden - und das, bevor sich die Unfälle häufen“, sagte Reichhardt.

Das Verkehrsministerium schaut sich außerdem nach bereits 17 tödlichen Unfällen allein 2018 die Sicherheit bei E-Bikes an. Möglicherweise hat die Häufung der Unfälle einerseits mit der vermehrten Verwendung dieser Bikes, aber auch mit einem leichtsinnigen Fahrstil zu tun.

Alexandra Halouska, Michael Pichler und die Bundesländeredaktionen, Kronen Zeitung

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