06.08.2019 12:20 |

Kampf gegen Reseller

Online-Shop trickst Bots mit Produktbildern aus

Sneaker mit Seltenheitswert sind bei Sportschuh-Fans und Sammlern heiß begehrt - was sogenannte Reseller, die die Treter zu überteuerten Preisen weiterverkaufen möchten, dazu veranlasst, sich mittels sogenannter Bots beim Online-Kauf einen entscheidenden, unfairen Vorteil zu verschaffen. Martin Schreiber, Besitzer eines Skateshops in Frankfurt am Main, hat jetzt einen Trick gefunden, die Maschinen zu überlisten - und dabei auch noch Geld zu machen.

Wie Schreiber gegenüber soloskatemag.com schildert, seien bei Verkäufen limitierter Schuhe mitunter bis zu 700.000 Zugriffe auf seinen Online-Shop erfolgt - pro Minute! „Das ist als wäre ganz Frankfurt am Laptop und drückt die ganze Zeit refresh“, so Schreiber. Die Folge: Die Server brachen aufgrund der automatisierten Anfragen zusammen, die Shop-Website war mitunter tagelang nicht erreichbar. „Also haben wir gesagt, dass wir jetzt auch mal den Mittelfinger zeigen und digitale Bilder von den Schuhen verkaufen“, erklärt Schreiber, wie er die Bots austrickste.

Er habe die Schuhe in jeder Schuhgröße 3000 Mal online gestellt, mit dem Titel: ‚Bild von Schuh XY‘ und in die Produktbeschreibung geschrieben, dass es sich nicht um den Schuh handle, sondern um sieben Produktbilder des Schuhs zu je zehn Euro. „Aber das erkennt so ein Bot natürlich nicht. Der sucht ja einfach nur nach dem Produktnamen und denkt dann: ‚Kaufen. Kaufen. Kaufen‘“, wird Schreiber zitiert.

7000 Euro für ein paar Sneaker-Bilder
Die Strategie ging auf - und da alle Bots beim Kauf bestätigen mussten, dass sie ein digitales Produkt kaufen und keinerlei Rückgaberecht haben, war Schreiber sogar im Recht und die über den Bezahldienst Paypal eingehenden Beschwerden und Stornoanträge liefen ins Leere. „Da stand ja ganz klar: Es ist ein Bild von dem Schuh und nicht der Schuh. Und der Preis war ja auch anders, der Schuh hat 150 gekostet“, sagte Schreiber.

Dazu verdienen konnte er sich am Ende auch noch etwas. In einem Fall soll ein Bot 100 Bilder Bestellungen aufgebeben und damit 7000 Euro ausgegeben haben. Bei den ehrlichen Sneaker-Käufern kommt das gut an. Schreibers Botschaft an sie: „Wir sind auf eurer Seite und wollen, dass ihr das Produkt auch kriegt und nicht, dass ihr dafür den dreifachen Preis bezahlen müsst.“

 krone.at
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