22.07.2019 07:00 |

Manuel Kaufmann

„Tiroler Krone“ besuchte den Lehrling des Jahres

Dafür, dass Manuel Kaufmann lange nicht wusste, welchen beruflichen Weg er einschlagen soll, ist dieser umso bemerkenswerter. Die Wahl zum Tiroler „Lehrling des Jahres“ vor zwei Monaten habe positive Wellen geschlagen, der duale Bildungsweg mit Matura sei allerdings manchmal „zach“. Der Firmenchef ist stolz und stellt im erst fünften Bestandsjahr den vierten Lehrling ein.

Lehrling? Azubi? Zeit wäre es für eine attraktivere Bezeichnung jener Berufsgruppe, auf deren Schultern ein Gutteil des Schicksals unserer Wirtschaft lastet. Die zukünftigen Facharbeiter werden schon Jahrzehnte lang hofiert und langsam scheint sich der Ruf zu bessern.

„Ich habe das Ganze erst nicht realisiert“
So sieht man es zumindest in der „Wucherer Energietechnik GmbH“ in Landeck, wo der Lehrling des Jahres Manuel Kaufmann sein drittes von vier Lehrjahren absolviert und sein Chef Ingo Wucherer für das System Lehrling brennt. „Als ich in der Galanacht am 16. Mai zum Lehrling des Jahres gekürt wurde, war ich schon sehr nervös und habe das Ganze erst nicht realisiert“, schildert der Tobadiller, der mitten in der Ausbildung zum Installations- und Gebäudetechniker steckt, „so viele haben mich darauf angesprochen. Es ist wirklich super, dass das Land und die Wirtschaftskammer permanent versuchen, die Lehre zu attraktivieren“.

Schnupperwoche führte letztlich zum Traumjob
„Diese Auszeichnung ist deshalb so wertvoll, weil sie Manuel ganzheitlich beurteilt und nicht nur das Fachwissen. Und für das Selbstbewusstsein ist es sicher super“, ergänzt Firmenchef Ingo Wucherer, dessen Firma zu den Führenden im Bereich Wärmepumpen im Oberland zählt.

Manuel habe nach dem NMS-Abschluss lange nicht gewusst, was er beruflich tun soll, erzählt er schmunzelnd. Die Schnupperwoche habe ihn dann in das junge, moderne Unternehmen geführt. Die Zukunft der Erdwärme im Energiebereich sei eine große, ist sich das Duo einig. Und die Zukunft des Vorzeigelehrlings ebenfalls. Nicht zuletzt deshalb, weil sich der gute Schüler Manuel für den dualen Bildungsweg „Lehre mit Matura“ entschieden hat.

Der ist aber nicht immer ein Honiglecken: „Manchmal ist es schon zach, jeden Freitag zusätzlich zur Berufsschule die Schulbank zu drücken. Aber man muss weiterdenken. Wenn man nicht mehr auf dem Bau arbeiten kann oder will, ist die Matura der Schlüssel für eine Veränderung“.

Mehr Aufklärungsarbeit bei den Lehrlingseltern
Daran denkt der Techniker in spe natürlich noch nicht, ihm tauge die Arbeit mit dieser Zukunftstechnologie. Und der Ruf der Lehre habe sich entschieden verbessert: „Ich glaube, man müsste vor allem bei den Eltern noch mehr Aufklärungsarbeit leisten. Die haben natürlich viel Einfluss auf die Entscheidungen eines 14-Jährigen. Es ist ja eine höhere Schule und ein Studium nicht automatisch besser. Die Wirtschaft braucht dringend Facharbeiter“. Auch der Verdienst als Lehrling sei super.

Auch „Lehrherr“ – dieser Ausdruck gehört ebenfalls überdacht – Wucherer sieht eine Verbesserung des Rufes der Lehre: „Das Handwerk wird künftig golden werden. Ich sehe auch einen gewissen Ausgleich und Gegenpol zur digitalen Welt.“

Wunsch nach weniger Bürokratie
Was er sich als Ausbildungsbetrieb wünscht? Weniger Bürokratie, zurück zur Einfachheit! Zurück in die jüngste Vergangenheit: Vor gut einer Woche hat Wucherer einem neuen Lehrling zugesagt. Der Imster wird ab Herbst der vierte Lernende in der erst fünfjährigen Firmengeschichte. Die Jubiläumsfirma lebt also das System.

Hubert Daum, Kronen Zeitung

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