12.07.2019 12:38

Auch Intimes

Google-Personal hört sich User-Sprachbefehle an

Sprachsteuerung über persönliche Assistenten wie Amazon Alexa oder den Google Assistant gilt in der IT-Welt als wichtige Zukunftstechnologie. Damit erkannt wird, was ein Nutzer will, muss eine Spracheingabe allerdings ausgewertet werden - zumeist maschinell in einem Rechenzentrum, hin und wieder aber offenbar auch von echten Menschen. Bei Google in Belgien sind nun über Tausend Audio-Mitschnitte von Google-Assistant-Nutzern aufgetaucht, die bei einem Partnerunternehmen zur Auswertung gelandet sind - darunter auch durchaus pikante oder heikle Anfragen.

Insgesamt mehr als 1000 Audio-Mitschnitte hat ein Google-Dienstleister in Belgien, bei dem die Audio-Clips gesammelt und niedergeschrieben wurden, um Googles Algorithmen zu trainieren, belgischen Medien zugespielt. Die Auswertung der Aufnahmen zeigte, dass diese recht intime Informationen wie die Adresse des Nutzers, private Gespräche über Gesundheit und Liebesleben und bisweilen auch Pikantes wie Porno-Anfragen enthielten. Die Aufnahmen stammten von Android-Smartphones und Google-Home-Geräten mit Google-Assistant-Feature.

Etwa jeder 500. Sprachbefehl wird analysiert
Gegenüber dem IT-Portal „Golem“ stellte Google klar, dass etwa 0,2 Prozent der Sprachbefehle an die hauseigene Assistenz-Software von echten Menschen ausgewertet werde. Das entspricht offenbar etwa jedem 500. Sprachbefehl. Es gehe dabei um die Verbesserung der Spracherkennung. Den Zugriff auf personenbezogene Daten schränke man ein. Er werde „nur Mitarbeitern, Auftragnehmern und Kundenservicemitarbeitern von Google gewährt, die diese Daten für die weitere Datenverarbeitung unbedingt benötigen.“

Google ist nicht der einzige IT-Konzern, der zur Verbesserung seiner Spracherkennung echte Menschen die Anfragen der Nutzer abtippen lässt. Beim Rivalen Amazon mit seinem Assistenten Alexa verhält es sich ganz ähnlich, auch der beschäftigt an verschiedenen Standorten in aller Welt Menschen, die im Schichtbetrieb die Spracheingaben der Amazon-User auswerten. Und auch bei Amazon sind immer wieder vertrauliche Infos in den - manches Mal von falsch erkannten Aktivierungswörtern begonnenen - Sprachaufnahmen.

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