04.06.2019 14:55 |

Blank in New York

Nackter Protest gegen Nippel-Zensur auf Facebook

Die weibliche Brustwarze - auf Facebook und der dazugehörigen Foto-Plattform Instagram ist sie tabu, was dem sozialen Netzwerk in der Vergangenheit bereits mehrfach Vorwürfe der Zensur und einer scheinheiligen Doppelmoral eingebracht hat. In den USA nahm sich jetzt der für seine Projekte mit nackten Menschenmassen bekannte Fotograf Spencer Tunick des Themas an - und rief zum nackten Nippel-Protest auf.

An die 100 Menschen zogen am Sonntag vor dem New Yorker Facebook-Büro in Manhattan blank, um unter dem Motto „#wethenipple“ gegen die Zensurpolitik des sozialen Netzwerks zu protestieren. In ihren Händen: vergrößerte Ausdrucke der eigenen Brustwarzen, die sie als Zeichen des Protests in die Höhe hielten.

Organisierst wurde der Nippel-Protest von US-Fotograf Spencer Tunick. Er versammelte in der Vergangenheit bereits Tausende nackte Menschen - vor dem Opernhaus in Sydney, am Toten Meer oder auch im Wiener Ernst-Happel-Stadion anlässlich der Fußball-Europameisterschaft 2008.

„Hülle unserer Seele“
„Viele halten den Körper noch immer für etwas Unreines, aber für mich ist er die Hülle unserer Seele“, sagte der Künstler einst der Zeitung „El Universal“ anlässlich eines Nackt-Shootings in Mexiko. „Die Reinheit des nackten Körpers erhebt sich in der Kunst, im Leben und im Tod.“

Facebook: „Richtlinien zur Nacktheit sind nuancierter geworden“
Facebook schränkt die Darstellung von Nacktheit oder sexuellen Handlungen laut eigenen Angaben ein, „da manche Mitglieder unserer Gemeinschaft diese Art von Inhalten als anstößig empfinden.“ Außerdem würden Bilder mit sexuellen Inhalten grundsätzlich entfernt, „um das Teilen nicht einvernehmlicher Inhalte sowie von Inhalten über Minderjährige zu verhindern.“ Das Netzwerk betont aber, dass die eigenen Richtlinien zur Nacktheit mit der Zeit „nuancierter“ geworden seien.

„Uns ist bewusst, dass Nacktheit aus vielen Gründen geteilt werden kann, u.a. als eine Form von Protest, zur Steigerung des Bewusstseins für eine bestimmte Sache oder aus Bildungs- oder medizinischen Gründen. Ist eine solche Absicht klar zu erkennen, erlauben wir unter Umständen solche Inhalte. So schränken wir zum Beispiel die Darstellung weiblicher Brüste ein, wenn die Brustwarzen zu sehen sind, lassen aber Bilder zu, die etwa Protestaktionen oder stillende Frauen darstellen, oder Fotos von Narbenbildungen nach Brustamputationen. Außerdem sind Fotos von Gemälden, Skulpturen und anderen Kunstformen gestattet, die nackte Personen oder Figuren zeigen“, heißt es in den Gemeinschaftsstandards des sozialen Netzwerks.

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