Neue Enthüllungen

Ibiza war nicht nur eine „b‘soffene G‘schichte“!

Österreich
19.05.2019 20:54

Heinz-Christian Strache hat das auf Ibiza heimlich aufgenommene Video als eine einmalige „b‘soffene G‘schichte“ bezeichnet. Nun berichten die „Süddeutsche Zeitung“ und der „Spiegel“ über weiteres brisantes Material. Audioaufnahmen sollen beweisen, dass es nach dem Treffen mit der vermeintlichen Oligarchennichte sehr wohl weiterhin Kontakt gegeben hat - konkret zwischen Johann Gudenus und dem angeblichen Vertrauten, der im Video meistens neben dem weiblichen Lockvogel sitzt.

Dass der ebenfalls zurückgetretene Klubobmann der FPÖ das schicksalshafte Treffen im Vorfeld organisiert hatte, ist bereits bekannt. Nun schreiben aber die beiden deutschen Medien, dass auch nach dem Treffen in der Finca Informationen ausgetauscht worden seien. Audioaufnahmen sollen Zusammenkünfte zwischen Gudenus und dem Vertrauensmann in Wien belegen.

(Bild: Screenshot spiegel.de)

„Sie war relativ angepisst“
Dort sei das nicht wunschgemäße Vorankommen des besprochenen Projekts beklagt worden. „Sie war relativ angepisst“, zitiert die „Süddeutsche“ aus dem Mitschnitt aus dem Gespräch zwischen dem Verbindungsmann der lettisch-russischen Staatsbürgerin und Gudenus. Nun brauche sie eine „Geste des guten Willens“, die Frau sei aber weiterhin bereit, die FPÖ zu unterstützen, heißt es weiter.

Die Geste sollte in etwa so aussehen: Die FPÖ solle am 4. September 2017 - wenige Tage nach einem der beiden Treffen in Wien - eine ganz bestimmte OTS-Presseaussendung veröffentlichen. Tatsächlich habe Gudenus wenig später eine E-Mail an den Vertrauensmann mit der entsprechenden OTS-Meldung geschickt, in der es um den Strabag-Miteigentümer Hans Peter Haselsteiner und seine politischen Netzwerke geht, wie „SZ“ und „Spiegel“ berichten.

Der „Sündenfall“: das Ibiza-Video (Bild: Screenshot spiegel.de, SZ)
Der „Sündenfall“: das Ibiza-Video

Hier können Sie einige Passagen aus der besagten Presseaussendung, die noch am selben Tag verschickt wurde, nachlesen:

„Nicht nur Spendenkaiser Kurz für die ÖVP und Vereinsmeier Kern für die SPÖ, die derzeit sogar die Gerichte bemühen, auch der politisch höchst aktive Milliardär Hans-Peter Haselsteiner soll seine offenbar scheckheftgepflegten Polit-Netzwerke offenlegen“, fordert der FPÖ-Landesparteisekretär Stadtrat Toni Mahdalik. Tatsächlich hat Haselsteiner nicht nur das Liberale Forum (LIF) mitbegründet und finanziert, ohne ihn gäbe es auch die NEOS nicht. Mit der roten Reichshälfte verbindet ihn die aktuelle Spende an den umstrittenen Unterstützungsverein für Christian Kern ...

... Auch der grüne Bundespräsident ist ihm zu Dank verpflichtet, denn Haselsteiner spendete für Van der Bellens Wahlkampf einen sechsstelligen Betrag. Mit rot-schwarzer Prominenz an seiner Seite - der ehemaligen SPÖ-EU-Staatssekretärin und späteren Siemens-Managerin Brigitte Ederer, Ex-Raiffeisen-General Christian Konrad und Ex-EU-Kommissar Franz Fischler - startete er vor der Stichwahl eine sündteure und im besten Falle fragwürdige Inseraten- und TV-Kampagne gegen Norbert Hofer. „Es ist eine alarmierende Entwicklung, wenn sich milliardenschwere Großindustrielle offenbar in die österreichische Parteipolitik einkaufen“, warnt Mahdalik.

Strabag-Miteigentümer Hans Peter Haselsteiner (Bild: APA/HANS KLAUS TECHT)
Strabag-Miteigentümer Hans Peter Haselsteiner

Zu Treffen in London oder Moskau kam es nicht mehr
Bei einem weiteren Meeting im August soll anschließend über die Möglichkeit eines weiteren Termins mit der „Oligarchennichte“ gesprochen worden sein - womöglich in London oder Moskau. Dazu sei es aber nicht mehr gekommen.

Mahdalik: „Presseaussendung war keine Auftragsarbeit“
Mahdalik betonte am Sonntag auf APA-Anfrage, dass diese Aussendung keineswegs eine Auftragsarbeit für Gudenus oder jemand anderen gewesen sei, es habe ihn niemand dazu aufgefordert. Wirklich erinnern könne er sich zwar nicht mehr, aber er dürfte sich damals als Landesparteisekretär der FPÖ, und damit als „Mann fürs Grobe“, gegen Haselsteiner als NEOS-Financier gewandt haben. Auch die Autorenkürzelzeile „wer/zah/lts/chaf/ft/an“ in der Aussendung beziehe sich nicht auf russische Oligarchen, sondern auf Haselsteiner. Solche witzige Botschaften habe er in Aussendungen immer wieder platziert.

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