19.05.2019 13:00 |

„Krone“-Check

Gefürchtet, geliebt und bedroht: Die Honigbiene

Die Winterausfälle seien in einem moderaten Bereich, die Prognosen für den diesjährigen Honigertrag aber trotzdem trist. Das kaltnasse Wetter und die niedrigen Temperaturen machen den Bienen zu schaffen. Vom Nektar, der bisher gesammelt werden konnte, mussten sich die Völker großteils selbst ernähren. Aber es gibt auch einige positive Nachrichten

„In manchen Höhenlagen, wo die Blüten noch nicht offen waren, mussten die Imker sogar zufüttern“, schildert Reinhard Hetzenauer, Präsident des Tiroler Imkerverbandes. Der Tiroler Frühling war den Insekten heuer nämlich nicht gut gestimmt – die Bienen konnten aufgrund des stürmischen Wetters nur selten ausfliegen.

Die erste Nektarquelle, wie etwa aus dem Löwenzahn, ist bereits verblüht. „Nun können wir nur auf den Waldhonig Ende Mai, Anfang Juni hoffen“, erklärt der „Chef“-Imker.

Winterausfall liegt im „moderaten Bereich“
Aber es gibt auch positive Nachrichten: Etwa, dass der Winterausfall in Tirol „im moderaten Bereich liegt“, wie Hetzenauer erklärt. Statistisch seien die Daten zwar noch nicht ausgewertet, aber aus den Reaktionen der Imker ließe sich ablesen, dass der Ausfall in etwa zwischen 10 und 20 Prozent liege. Das sei in Anbetracht der Varroamilbe, die den Bienen sehr zu schaffen macht, eine relativ gute Zahl.

Zahl der Tiroler Imker ist auf Rekordhöhe
Eine weitere gute Nachricht ist das steigende Interesse an der Imkerei: „Seit gut zehn Jahren erleben wir eine Trendumkehr“, freut sich Hetzenauer. Während die Zahl der Tiroler Imker stetig abnahm und 2009 bei 2300 lag, ist sie heute auf Rekordhöhe: 3085 Imker verzeichnet der Tiroler Verband, betreut werden 36.094 Bienenvölker. Jedes Jahr nehmen 360 Teilnehmer an Imkerkursen teil.

„Ein Drittel davon macht das nur aus Interesse, ein weiteres Drittel steigt in bestehende Imkerein ein. Ein Drittel startet eine Imkerei“, so der Bienenkenner. Zur Folge hat das die beste Nachricht: „In Tirol kann die Bestäubungsleistung flächendeckend sichergestellt werden.“

Gute Zusammenarbeit mit Bauern
Das liegt aber auch an der kleinstrukturierten Landwirtschaft - die bietet den Bienen die abwechslungsreiche Kost, die sie brauchen. Zudem sei die Zusammenarbeit mit den Bauern sehr gut: „Die Obstbauern bemühen sich, erst nach dem Bienenflug zu spritzen, so passiert den Bienen nichts, aber auch die Erträge leiden nicht.“

Anna-Katharina Haselwanter
Anna-Katharina Haselwanter
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