21.06.2004 12:00 |

Glück gehabt!

Griechen trotz Niederlage weiter

Otto Rehhagels Fußball-"Götter" haben sich in einem hoch dramatischen Gruppenfinale erstmals in die Runde der letzten Acht bei einer Europameisterschaft gezittert. Die Griechen feierten ihre 1:2-Niederlage gegen Russland am Samstag in Faro wie einen Sieg, denn als Zweiter der Gruppe A erreichten sie das Viertelfinale, weil Gruppensieger Portugal die Spanier zeitgleich mit 1:0 bezwang.
Vor 24.000 Zuschauern im Algarve-Stadio musstendie Griechen bis zum Schlusspfiff zittern, denn die Russen warennahe an einem dritten Tor, das gleichbedeutend mit dem EM-Ausfür das Rehhagel-Team gewesen wäre. Die Russen verabschiedetensich mit einer beherzten Vorstellung und verhinderten, dass siepunkt- und torlos nach Hause reisen müssen. Dimitri Kiritschenkovom ZSKA Moskau hatte die "Sbornaja" nach 1:08 Minuten durch dasschnellste Tor der EM-Geschichte in Führung gebracht. DimitriBulykin erhöhte auf 2:0 (17.). Für die nach dem größtenErfolg ihrer Fußballgeschichte überglücklichenGriechen traf Zisis Vrizas vom AC Florenz (43.), der sich seinezweite Gelbe Karte einhandelte und im Viertelfinale am Freitaggegen den Sieger der Gruppe B gesperrt ist.
 
Blitzschnelle Russen
Die Russen überraschten mit einem blitzschnellenAngriff gleich zu Beginn die griechische Hintermannschaft. Kiritschenkosetzte sich im Strafraum durch und traf nach 1:08 Minuten. Seinzweites Länderspieltor war eines für die Geschichtsbücher.Kiritschenko löste als schnellster EM-Schütze seinenLandsmann Sergej Aleinikow ab, der während der 1988 beim3:1 gegen England nach 2:06 Minuten getroffen hatte. Zugleichsorgte der Moskauer für das erste EM-Tor der Russen, seitdie Sowjetunion 1988 im Halbfinale Italien 2:0 bezwungen hatte.
 
Griechische Abwehr brach ein
Die spielfreudigen Russen waren im Vergleich zu denNiederlagen gegen Spanien (0:1) und Portugal (0:2) nicht wiederzuerkennen.In der ersten Halbzeit rollte eine Angriffswelle nach der anderenRichtung griechisches Tor. Die hoch gelobte Abwehr der Hellenenwar dem Druck nicht gewachsen. In der 19. Minute ließ sieBulykin nach einer Ecke ungehindert zum 2:0 einköpfen.
 
Zahlreiche Chancen
Russland hätte vor der Pause noch ein drittesTor machen können, doch Andrej Karjaka schoss aus siebenMetern überhastet über das Tor (24.), und Bulykins Kopfball-Aufsetzernach einem Eckball streifte nur den rechten Außenpfosten(28.). Auf der Gegenseite vergab Charisteas eine hundertprozentigeChance, als er aus vier Metern den Ball über das Tor bugsierte(25.).
 
Anschlusstor zu spät
Rehhagel reagierte auf den unverhofften Spielverlaufund wechselte kurz vor der Pause Spielmacher Vasilios Tsiartasein (42.). Nicht einmal eine Minute später glückte Vrizasder Anschlusstreffer, als er sich im Strafraum um seinen Gegenspielerdrehte und den Ball über Torhüter Wjatscheslaw Malafejewhob.
Donnerstag, 13. Mai 2021
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