08.05.2019 13:50 |

Für mehr Einnahmen

Billigfluglinie Lauda setzt Passagiere auseinander

Passagiere, die für Flüge mit der Ryanair-Tochter Lauda ihre Sitzplätze nicht reservieren, fallen künftig Gebühren in der Höhe von bis zu 15 Euro an, wenn sie nebeneinander sitzen möchten. Ohne Reservierung werden die Fluggäste kurzerhand auseinander gesetzt. Die Billigfluglinie erhoffe sich dadurch zusätzliche Einnahmen, berichtete am Mittwoch „AviationNetOnline“. Lauda erklärte demnach, die Plätze nach dem „Zufallsprinzip“ zu vergeben, für Familien gilt eine Reservierungspflicht.

„Die Sitzreservierung wird obligatorisch für wenigstens einen Erwachsenen, um einen Sitz kostenfrei für ein Kind zu bekommen“, heißt es derzeit in den Allgemeinen Beförderungsbedingungen (ABB) der Laudamotion GmbH. Bei großer Nachfrage, etwa in den Sommermonaten, können die Reservierungsgebühren von üblicherweise vier auf bis zu 15 Euro steigen und auch für Kinder verlangt werden, geht aus den ABB hervor.

Beförderungsbedingungen in äußerst holprigem Deutsch
Die Beförderungsbedingungen sind in äußerst holprigem Deutsch verfasst und zum Teil widersprüchlich. So heißt es im Punkt „Familienbuchungen - Reservierte Sitzplätze wörtlich: „Die Erwachsene,die Sitzplaetze kaufen bekommen den Preis von 4 euro.Man hat die Wahl die Standartplaetze ,die Reihe 18 bis 33. Diese Sitzplätze werden kostenlos sein.“

Eine Lauda-Pressesprecherin erklärte am Mittwoch: „Kunden, die keinen Sitzplatz erwerben möchten, erhalten automatisch nach dem Zufallsprinzip beim Online-Check-in einen freien Platz.“ Das deckt sich mit den Angaben in den ABB, wo es heißt: „Wenn Sie keinen bevorzugten Sitzplatz auswählen und erwerben möchten dann können Sie zwischen 2 Tagen und 2 Stunden vor jedem gebuchten Flug Online einchecken und Ihnen wird zufällig einen Sitzplatz kostenlos vergeben.“

Auseinandersetzen von Familien in USA verboten
Bei Ryanair sorgt diese Praxis seit längerer Zeit für Aufregung. Passagiere und Verbraucherschützer in Irland und Großbritannien hegten schon länger den Verdacht, dass Familien und gemeinsam Reisende über einen Algorithmus absichtlich auseinandergesetzt werden. Dem Bericht einer irischen Zeitung zufolge passiert das über den Nachnamen sowie die Buchungsnummer. Laut „Daily Mail“ setzt auch Wizz Air Familien, Paare und Gruppen ohne Sitzplatzreservierungen auseinander. Ob weitere Billigfluglinien ähnlich vorgehen, ist nicht bekannt. In den USA ist das Auseinandersetzen von Familien sogar per Gesetz verboten. Der US-Kongress verabschiedete 2016 dazu den „Families Flying Together Act“.

Airlines wegen massivem Preiskampfe unter Druck
Durch den massiven Preiskampf bei Flügen innerhalb Europas stehen die Airlines unter Druck, neben dem eigentlichen Ticketpreis zusätzliche Umsätze zu lukrieren. So ist bei Ryanair und Lauda seit Kurzem kein Handgepäckskoffer mehr inkludiert, kostenfrei ist nur noch eine kleine Tasche, die maximal 20 mal 25 mal 40 Zentimeter groß sein darf und unter den Sitz passen muss. Ist sie größer, fallen 25 Euro an. Wizz Air zog nach, dort gelten nun die Maße 40 mal 30 mal 20 Zentimeter. Aber auch die Vorschriften anderer Airlines weichen mittlerweile vom bisher gängigen Maximalmaß für Handgepäck von 55 mal 40 mal 23 Zentimeter ab, wie ein Vergleich zeigte.

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