02.05.2019 15:56 |

Kälteeinbruch im Mai

Jetzt kommen bis zu 80 Zentimeter Neuschnee!

Pünktlich um 9 Uhr haben am Donnerstag Wiens Freibäder aufgesperrt - erste Wagemutige trauten sich bereits ins kühle Nass. Jetzt heißt es allerdings wieder warm einpacken, denn am Wochenende ändert sich das Wetter schlagartig: Am Sonntag sollen die Temperaturen nur noch vier bis zehn Grad erreichen. Aufgrund des Schneefalls bis in die Täler hat die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) sogar eine Wetterwarnung herausgegeben. „Außerdem sind Probleme durch Schneebruch möglich, wie umgestürzte Bäume auf Straßen, Schienen und Stromleitungen“, hieß es weiter. Mit Wochenanfang sollte es dann aber wieder freundlicher werden.

Am Freitagvormittag überwiegen schon meist die Wolken und dazu regnet es auch immer wieder. Spätestens ab Mittag lockert es vermehrt auf, dann bilden sich aber oft wieder Quellwolken und in der Folge gehen auch lokale und teils gewittrige Regenschauer nieder. Die Schneefallgrenze pendelt zwischen 1500 und 2000 Metern Seehöhe. Der Wind weht im Westen und Süden schwach, sonst mäßig bis lebhaft aus West bis Nord. Die Frühtemperaturen reichen von sechs bis zwölf, die Nachmittagswerte von zwölf bis 18 Grad.

Tiefdruckeinfluss sorgt am Samstag im ganzen Land für dichte Wolken und oft ist auch mit Regen zu rechnen, wobei der Regenschwerpunkt anfangs im Süden und Südosten liegt und sich nachmittags in den Westen verlagert. Im Norden regnet es tagsüber nur wenig. Die Schneefallgrenze liegt tagsüber zwischen 1200 und 1800 Metern Seehöhe, abends sinkt sie von Westen her bereits gegen 1000 Meter und in der Nacht dann oft in Tallagen. Der Wind weht vielfach nur schwach, nachmittags kommt im Westen aber bereits kalter und lebhafter Nordwestwind auf. Die Frühtemperaturen liegen bei drei bis zehn, die Tageshöchstwerte bei 14 Grad.

Der Ostalpenraum verbleibt am Sonntag unter Störungseinfluss. Damit ist es ganztägig verbreitet stark bewölkt bis bedeckt mit regional ergiebigen Niederschlägen. Eine weitere Kaltluftstaffel sorgt während der Morgenstunden zwischen Vorarlberg und dem Waldviertel zeitweise für Schneefall bis in höhere Tallagen mit Schneefallgrenzen zwischen 400 und 700 Metern. Tagsüber liegt sie zwischen 700 und 1200 Metern. Der Wind weht dabei lebhaft, am Alpenostrand und auf den Bergen auch stürmisch aus Nordwest bis Nord. In der Früh hat es frostige null bis sechs Grad, auch unter Tags werden nur vier bis zehn Grad erreicht.

Warnung vor winterlichen Fahrbedingungen
Der späte Neuschnee kann besonders am Sonntag stellenweise Probleme auf Straßen und Bahnverbindungen sowie in der Stromversorgung bringen. „Auf höher gelegenen Straßen muss man am Sonntag mit winterlichen Fahrbedingungen rechnen. Dazu gehören auch Hauptverbindungen wie die Brenner- und die Tauernautobahn“, sagte Alexander Radlherr von der ZAMG. Außerdem falle der Schnee bei Temperaturen um null Grad und ist daher nass und schwer. Da die Bäume bereits Blätter haben, kommen hier hohe Schneelasten zusammen und Äste können abbrechen oder Bäume umstürzen.

Trotz Eisheiligen ungewöhnlich kalt
Kaltlufteinbrüche kommen in Österreich selbst im Mai alle paar Jahre vor. Darauf beruhen auch Bauernregeln wie die Eisheiligen. Die Kälte am kommenden Sonntag ist aber sehr ungewöhnlich. „Wir erwarten am Sonntag zum Beispiel in Innsbruck eine Höchsttemperatur im Bereich von vier oder fünf Grad. Das ist sehr nahe am Kälterekord. Der kälteste Tag in einem Mai war an der Wetterstation Innsbruck-Universität der 1. Mai 1945 mit einer Höchsttemperatur von 3,6 Grad. Die Messdaten in Innsbruck reichen immerhin bis 1877 zurück“, erklärte Radlherr.

Nach Störungsdurchzug setzt sich am Montag von Westen her allmählich wieder Hochdruck durch. Besonders im Alpennordstau verbleibt dichte Restbewölkung mit Regen sowie Schnee oberhalb von 800 Metern, tagsüber 1000 Metern. Nach letzten Regen- oder Schneeregenschauern im Osten und Norden lockern tagsüber ebenfalls die Wolken auf. Tagsüber trocken bleibt es alpensüdseitig. Der Wind weht vor allem am Alpenostrand und auf den Bergen stürmisch, sonst stark aus Nordwest. Inneralpin besteht in der Früh Frostgefahr. Die Frühtemperaturen liegen zwischen minus einem und plus sieben, die Höchstwerte bei sieben bis 13 Grad.

Am Dienstag herrscht im Ostalpenraum Zwischenhocheinfluss mit vielfach sonnigen Verhältnissen. Allein im Norden und Osten ziehen tagsüber dichtere, aber harmlose Wolkenfelder durch. Der Wind bleibt am Alpenostrand lebhaft und bläst aus Nordwest. Die Frühtemperaturen sind mit null bis fünf Grad wieder kühl, inneralpin ist sogar leichter Frost zu erwarten. Tagsüber klettert die Temperatur auf bis zu 16 Grad.

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