15.04.2019 15:35 |

Probegebastelt

Nintendo Labo: Wie spaßig ist das neue VR-Kit?

Nintendo hat seinen Labo-Bausätzen ein neues Paket hinzugefügt: das VR-Kit. Es macht aus der Switch-Konsole und Karton-Bausätzen eine VR-Brille, Marke Eigenbau, samt passender Controller. Wir haben probegebastelt - und waren erstaunt, welch unterhaltsame VR-Erlebnisse Nintendo hier trotz magerer Auflösung mit einfachsten Mitteln produziert.

Wie schon bei den früheren Sets steht am Beginn des Labo-Spaßes mit dem VR-Set erst einmal die Bauarbeit. Eine interaktive Anleitung auf der Konsole führt, begleitet von Gute-Laune-Musik, ansprechend und gut erklärt durch den mehrstündigen Zusammenbau von VR-Brille und Zubehör.

Der Zusammenbau befriedigt nicht nur Puzzle- und Legofreunde, sondern ist aus unserer Sicht auch pädagogisch wertvoll. Immerhin lernen Kinder dabei Konzentration und Geduld - und dass es durchaus Arbeit braucht, bevor man sich dem eigentlichen Spaß hingibt. Das Bauen vermittelt auch ein Gespür für Mechanik und das Zusammenwirken verschiedener Bauteile.

Schon der Zusammenbau ist sehr befriedigend
Wobei schon der Zusammenbau sehr viel Spaß macht. Nintendo hat die einzelnen Bausätze wieder sehr clever designt und liefert ein befriedigendes Bauerlebnis, bei dem alle Komponenten sauber ineinander greifen und am Ende - für Kartonverhältnisse - stabile Ergebnisse herauskommen.

Apropos Stabilität: Wie alle Labo-Bausätze ist auch das VR-Set eher nichts für die Ewigkeit. Bei sachgemäßer Handhabung überleben VR-Brille und „Toycon“-Controller zwar durchaus Monate, wenn nicht Jahre. Wer nicht aufpasst und sich beispielsweise auf ein Labo-Projekt draufsetzt, schickt die Konstruktionen aber auch deutlich schneller in die ewigen Jagdgründe.

Zugängliche und spaßige VR-Spielideen
Ausgesprochen gut haben uns im Test die allesamt sehr zugänglichen und unterhaltsamen VR-Spiele gefallen, die man nach dem Zusammenbau mit den einzelnen Labo-Projekten spielen kann. Da gibt es eine Unterwasser-Safari im Stil eines vereinfachten „Pokémon Snap“, bei der man verschiedene Fischspezies ablichten muss, ein Geschicklichkeitsspiel, bei dem man filigrane Konstruktionen oder dreidimensionale Malereien mit einem virtuellen Elefantenrüssel zusammenbastelt, eine klassische Schießbude, einen Vogelflug- und einen Froschsimulator.

Gut, das Elefantenspiel entpuppte sich in seiner Steuerung als etwas hakelig und der Froschsimulator barg aufgrund der schnellen Bewegungen in der virtuellen Realität ein wenig die Gefahr, sich VR-Übelkeit einzufangen. Gerade das Kamera-, das Baller- und das Vogelflug-Spiel entpuppten sich im Test aber als tolles Anschauungsmaterial für die Möglichkeiten von VR und wurden von Nintendo mit haufenweise versteckten Geheimnissen und Minispielen auch ansprechend und motivierend gestaltet.

Der Switch-Bildschirm ist nicht für VR gemacht
Die wohl größte Schwäche des Labo-VR-Kits: Der 720p-Bildschirm der Nintendo Switch ist an sich nicht für die Darstellung virtueller Welten direkt vor dem Auge des Betrachters gemacht. Für ein wirklich scharfes VR-Erlebnis bräuchte es eine deutlich höhere Auflösung, am 720p-Display der Switch sind Einzelpixel klar erkennbar und man hat ein wenig das Gefühl, durch ein Fliegengitter in die Spielwelt zu blicken.

Nun ist es aber auch nicht Nintendos Ambition, mit seinem Labo-Kit ausgewachsenen VR-Brillen wie der Oculus Rift oder der HTC Vive Paroli zu bieten. Vielmehr handelt es sich um einen witzigen Bausatz, der Einsteigern quasi nebenbei einen ersten Blick auf die Möglichkeiten virtueller Welten bietet. Und das macht das Set - ganz ähnlich wie Google Cardbord, nur deutlich interaktiver - trotz niedriger Auflösung schon sehr gut.

Fazit: Was Nintendo hier an Spielspaß aus etwas Pappe und seiner Switch herausholt, ist beeindruckend. Und zwar nicht nur, weil man beim Labo VR-Set mit sehr einfachen Mitteln eine gelungene Demonstration der Möglichkeiten von Virtual Reality abliefert, die in der Bauphase obendrein noch lehrreich ist. Sondern nicht zuletzt auch, weil man hier einen Vorgeschmack darauf kriegt, was Nintendo bei der Programmierung von VR-Spielen draufhat, noch bevor virtuelle Realität ein Massenphänomen geworden ist.

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Dominik Erlinger
Dominik Erlinger
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