21.04.2019 06:04 |

Späte Vaterschaft

Gefahr durch alte Spermien

Es liegt nicht nur am Alter der Frau. Zeugen Männer in höherem Alter ein Kind, erhöht sich ebenfalls das Risiko für Komplikationen während der Schwangerschaft und beim Baby.

Um die 40 Jahre Kinder zu bekommen, liegt im Trend. Nur ein Problem, wenn die Frau älter ist? Lange Zeit ist man davon ausgegangen, dass Männer im Vorteil sind, nach dem Motto: „Spermien werden täglich neu produziert, deswegen sind sie immer jung.“ Diese verbreitete Annahme gilt nicht mehr.

„Einfluss des Alters des Vaters bislang vernachlässigt“
Neue Forschungen belegen nun, dass auch männliche Keimzellen einem Alterungsprozess unterliegen. Und zwar soll laut diesen Ergebnissen die DNA (Träger des Erbmaterials) der Samenzellen im Laufe der Zeit Schaden nehmen. „Was mögliche Risiken betrifft, wurde der Einfluss des Alters des Vaters bislang vernachlässigt“, berichtet Univ.-Prof. Dr. Stefan Schlatt, Direktor des Centrums für Reproduktionsmedizin und Andrologie am Universitätsklinikum im deutschen Münster.

Es liegt also nicht automatisch an der Frau, wenn es zu Fehlbildungen oder Entwicklungsstörungen beim Nachwuchs kommt und Schwangere häufiger mit Komplikationen rechnen müssen.

Ausgewertet wurden 40 Millionen Daten von Geburten in den USA. Einige der Ergebnisse:

  • Die Schwangerschaften mit den ältesten Vätern nahmen den ungünstigsten Verlauf.
  • Bereits ab 45 steigt das Risiko für eine Frühgeburt und niedriges Geburtsgewicht.
  • Die Wahrscheinlichkeit für Schwangerschaftsdiabetes steigt bei einem Alter des Mannes zwischen 45 und 54 Jahren um 28 Prozent, ab 55 gar um 34 Prozent.

„Das Einfrieren von Spermien in jungen Jahren könnte eine Option sein“, betont Prof. Dr. Heide Siggelkow vom Endokrinologikum Göttingen.

Eva Rohrer, Kronen Zeitung

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