26.03.2019 07:00 |

Booking.com & Co.

Buchungsportale sind keineswegs am billigsten!

Das Internet ist zum wichtigsten Helfer deutscher Reisender geworden. 70,1 Millionen Urlaube haben deutsche Verbraucher 2018 gebucht, 60,3 Prozent von ihnen über das Internet und mehr als jede vierte Hotelübernachtung mithilfe von Buchungsportalen wie Booking.com, Expedia oder HRS. Doch Srichproben zeigen: Reisende sollten Preise lieber kritisch hinterfragen - und vergleichen!

Dass Verbraucher auf Buchungsportalen (Online Travel Agencies - OTAs) wie Booking.com, Hotel.de, Expedia & Co. nicht immer am günstigsten aussteigen, zeigt das Verbraucherforum mydealz.de nun auf: Von 750 zufällig ausgewählten Hotels konnten die Tester über die 42 größten OTAs im Schnitt nur 271 Hotels buchen ­- und dies zu Preisen, die im Mittel 34,5 Prozent über dem Bestpreis lagen.

Preise schwankten im Mittel um 76,6 Prozent
185 Euro hätten zwei Erwachsene pro Nacht bei Hotel.de bezahlen müssen, um vom 21. bis zum 28. April im „Hôtel du Petit Palais“ in Nizza zu übernachten. 148 Euro kostete ein Doppelzimmer im gleichen Zeitraum bei Zenhotels und für 135 Euro bot das Vier-Sterne-Hotel das gleiche Doppelzimmer auf der hoteleigenen Internetseite an. Was auf den ersten Blick nach einer enormen Preisdifferenz klingt, erwies sich bei der Stichprobe als Normalität. Die Preise schwankten im Mittel um 76,6 Prozent. Je nach Buchungsportal kostete das gleiche Doppelzimmer in einem der 750 zufällig ausgewählten Hotels im günstigsten Fall 173,25 Euro und im teuersten Fall satte 279,59 Euro.

Wer direkt beim Hotel bucht, profitiert
Angesichts der großen Preisunterschiede sind Reisende gut beraten, Werbeversprechen kritisch zu hinterfragen und die Preise von mehreren Portalen miteinander zu vergleichen. Einen klaren Preissieger förderte die Stichprobe nämlich nicht zutage. Im Schnitt boten die 42 analysierten Buchungsportale nur 6,6 Prozent der dort gelisteten Hotels wirklich zum günstigsten Preis an.

Direkter Buchungsweg am günstigsten
Noch vergleichsweise oft erwies sich der direkte Buchungsweg als der günstigste: Über ihre eigenen Internetseiten boten die 750 ausgewählten Hotels immerhin vier von zehn Zimmern (43,1 Prozent) am günstigsten an und lagen sonst im Mittel „nur“ 15,2 Prozent über dem Bestpreis.

Mit einigem Abstand folgte Lastminute.de auf dem zweiten Platz Rankings. Die Tester von mydealz konnten dort zwar nur 15 der 154 dort verfügbaren Hotels (6,6 Prozent) zum günstigsten Preis buchen, im Mittel aber lag Lastminute.com allerdings nur 15,6 Prozent oberhalb des jeweiligen Bestpreises - und wies damit das beste Preisniveau aller 42 OTAs auf.

Die beiden Marktführer, Booking.com und Expedia, schnitten im direkten Vergleich eher mäßig ab. Noch das beste Preisvenau wies die Booking.com-Tochter Agoda auf: Sechzig der 463 dort buchbaren Hotelzimmer konnten die Tester von mydealz bei Agoda zum besten Preis finden. Im Mittel lag Agoda damit 24,2 Prozent über dem günstigen Preis und im Ranking auf Platz acht. Expedia und das Schwesterportal Hotels.com folgten auf Rang neun und zehn. Zimmer in 56 der 625 buchbaren Hotels bot Expedia zum besten Preis an und lag preislich 25,3 Prozent oberhalb des Bestpreises.

Booking.com schnitt mäßig ab
Bei Hotels.com konnten die Tester von mydealz.de 65 der verfügbaren 632 Zimmer (10,3 Prozent) zum besten Preis buchen. Die durchschnittliche Differenz zum jeweiligen Tiefstpreis betrug 25,4 Prozent. Im direkten Vergleich mit den beiden Expedia-Portalen und seiner Schwester Agoda schnitt Booking.com am schlechtesten ab. Das Portal schaffte es nur auf Rang 14. Nur 6,5 Prozent der 582 verfügbaren Zimmer konnten die Tester von mydealz bei Booking.com zum günstigsten Preis buchen. Insgesamt war Booking.com 27,1 Prozent teurer als der günstigste Anbieter.

Auffällig schlecht schnitten HRS.de und klassische Reiseveranstalter beim Preisvergleich ab. Zwar hätten die Tester dort zwar mittlerweile 8,7 Prozent der 126 dort verfügbaren Hotelzimmer zum günstigen Preis buchen können. Insgesamt war HRS.de sonst jedoch durchschnittlich 56,9 Prozent teurer als die Konkurrenz und belegt damit ähnlich wie die Reiseveranstalter TUI, Thomas Cook, Neckermann und L‘tur die hinteren Ränge.

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