01.03.2019 09:20 |

Horrorfratze „Momo“

Todes-Challenge nun in „Fortnite“ und Kindervideos

Der „Momo“-Horror ist zurück - und versteckt sich noch perfider als in den WhatsApp-Kettenbriefen, die seit dem letzten Jahr für Panik unter Kindern sorgen. Denn die Todes-Challenge, die die Kleinen nachts nicht mehr schlafen und Mütter in Sorge um ihre Kinder verzweifeln lässt, taucht nun in YouTube-Videos von dem Games-Phänomen „Fortnite“ oder der Zeichentrickserie „Peppa Wutz“ auf! Schulen in Großbritannien warnen Eltern sogar ausdrücklich vor dem kranken Selbstmord-Spiel.

„Sonst bringe ich dich um!“ oder „Sonst stirbt deine Mama!“ - Todesdrohungen wie diese versetzen seit Monaten Kinder und ihre Eltern in Angst und Schrecken. Was als furchteinflößender WhatsApp-Kettenbrief begann, hat nun seine Fortsetzung im Internet gefunden. Hinterhältigst wurden solche Szenen in Videos von bei Kindern und Jugendlichen beliebten Zeichentrickserien wie „Peppa Wutz“ oder des Battle-Royal-Phänomens „Fortnite“ geschnitten.

Der letzte Test führt zum Selbstmord
Wer diese Clips über YouTube - selbst im Kinder-Channel - ansieht, läuft Gefahr, dass mitten in einem ganz normal beginnenden Video die Teufelsfratze „Momo“ auftaucht und die Zuseher zu Mutproben auffordert. Kommen sie den Aufforderungen nicht nach, „verfluche“ die Teufelspuppe sie. Zunächst werden die Kleinen dazu aufgefordert, sich selbst oder Geschwister zu verletzen, der letzte Test führt, wenn ausgeführt, zum Selbstmord. Es soll bereits Todesfälle in Verbindung mit der Horrorfratze geben.

„Sie kann dich bis in deine Träume verfolgen und dich töten“
Viele Eltern in Großbritannien und auch in den USA berichten, dass ihre Kinder nachts nicht mehr schlafen könnten und in Tränen ausbrechen würden, wenn man sie auf „Momo“ ansprechen würde. Denn die Fratze habe ihnen gesagt, sie dürften nicht darüber sprechen, sonst würde ihrer Mama etwas passieren. Eine Mutter erzählte der „Daily Mail“, ihre fünfjährige Tochter habe sich die Haare abgeschnitten, weil „Momo“ es ihr befohlen habe. Eine Sechsjährige sagte: „Sie kann dich bis in deine Träume verfolgen und dich töten.“

Britische Schulen warnen vor der „Selbstmord-Challenge“
Hunderte besorgte Eltern wandten sich vor allem in Großbritannien an die Schulen ihrer Kinder, die auch bereits reagierten. Wie die Haslingden Primary School etwa, die eine Warnung auf ihrer Facebook-Seite aussprach und Eltern bat, besonders aufmerksam zu sein und darauf zu achten, was ihre Kinder auf YouTube ansehen würden. Die National Online Safety hat sogar einen Guide herausgegeben, der Eltern Tipps wegen der „Momo-Challenge“ geben soll.

Google beschwichtigt
YouTubes Mutterkonzern Google weist die Vorwürfe zurück und versucht, zu beschwichtigen: „Im Gegensatz zu Presseberichten haben wir keine Beweise dafür erhalten, dass die Momo-Challenge in Videos auf YouTube gezeigt oder beworben würde“, betonte ein Sprecher. Inhalte dieser Art würden gegen die Richtlinien der Videoplattform verstoßen und bei Bekanntwerden „sofort entfernt“. 

„Die Kinder fragen sich: Was ist, wenn doch was dran ist?“
Der Urheber des Bildes sowie der gesamten „Momo-Challenge“ ist übrigens noch nicht bekannt. Der Horror wird sich deshalb wohl weiter verbreiten und zahlreichen Kindern Nächte voller Albträume bescheren. Denn die Kinder, so Matthias Jax, Experte von saferinternet.at, der nach dem ersten Auftauchen der WhatsApp-Kettenbriefe mit der „Krone“ über „Momo“ gesprochen hatte, könnten Schlafstörungen und Angstzustände davontragen.

Zudem bleibe, auch wenn man den Schützlingen erkläre, dass das alles nicht echt sei, eine gewisse Unsicherheit: „Sie fragen sich: Was ist, wenn doch was dran ist?“, so Jax. Und wenn der Mutter dann zufällig etwas passiert: „Was glauben Sie, welche Vorwürfe sich das Kind dann macht?"

Heike Reinthaller-Rindler
Heike Reinthaller-Rindler
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