03.02.2019 17:52 |

Kranke Details

Sex mit Mädchen als „Jungbrunnen“ für „El Chapo“

Kurz bevor am Montag im Monsterprozess gegen den mexikanischen Drogenboss Joaquin „El Chapo“ Guzman die Beratungen der Geschworenen beginnen, sind versiegelten Dokumente veröffentlicht worden, die Einblicke in das kranke Leben des Drogenbarons geben. In den Unterlagen steht unter anderem, dass sich „El Chapo“ 13-jährige Mädchen bringen ließ, um sie zu vergewaltigen - das sei sein „Jungbrunnen“ gewesen. Währenddessen sagte die Ehefrau des Angeklagten, dass Guzman ein „großartiger Ehemann und Vater“ sei.

Aus den Unterlagen geht laut „New York Times“ hervor, dass eine Frau, die nur als „Comadre Maria“ bekannt gewesen sei, „El Chapo“ immer wieder Bilder von jungen Mädchen geschickt habe, aus denen er sich regelmäßig welche ausgesucht habe - gegen eine Gebühr von 5000 Dollar. Jener Mann, der dies zu Protokoll gegeben habe, war ein langjähriger Mitarbeiter und Drogenlieferant Guzmans und habe eine Zeit lang sogar bei ihm gewohnt, während er sich vor den mexikanischen Behörden vesteckt hielt: Alex Cifuentes Villa, der derzeit selber in Haft sitzt, aber mit den Behörden kooperiert.

„Sie zu vergewaltigen, hauchte ihm Leben ein“
Cifuentes, der diesen „Dienst“ selbst drei bis vier Mal in Anspruch genommen habe, half Guzman, dem langjährigen Boss des mächtigen und blutrünstigen Sinaloa-Kartells, demnach dabei, den Mädchen eine „pulverartige Substanz“ zu verabreichen. Danach seien die Mädchen vergewaltigt worden - von Guzman, ihm oder weiteren Männern, die das Vertrauen „El Chapos“ genossen hätten. Guzman selbst habe sich die Jüngsten von ihnen ausgesucht und sie als „seine Vitamine“ bezeichnet. „Sie zu vergewaltigen, hauchte ihm Leben ein“, habe Cifuentes ausgesagt. Allerdings hatte der Mann während seiner vier Tage dauernden Zeugenaussage in dem Prozess, der am Donnerstag nach drei Monaten zu Ende gegangen war, nichts dergleichen erwähnt.

Guzmans Anwalt Eduardo Balarezo habe in einem E-Mail erklärt, sein Mandant bestreite Cifuentes‘ „Behauptungen“. Für sie gebe es „keinerlei Bestätigung“. Die Aussagen seien so „unglaubwürdig“ gewesen, dass sie nicht ins Verfahren aufgenommen worden seien. Es sei „bedauerlich“, dass sie nun so kurz vor den Beratungen der Jury publik gemacht worden seien.

„Nichts wird meine Meinung über meinen exzellenten Ehemann ändern“
„El Chapos“ Ehefrau Emma Coronel Aispuro (29) hingegen stellt den Drogenboss als „exzellenten“ Ehemann und Vater dar. Er vergöttere ihre siebenjährigen Zwillingsmädchen Emali und Maria Joaquina, so die 29-Jährige, die Guzman 2007 geheiratet hatte. Nichts, das beim Prozess gegen den 61-Jährigen gesagt worden sei, werde ihre Meinung über ihn ändern, postete sie auf Instagram.

„Sie müssen dem Mythos von ,El Chapo‘ nicht nachgeben“
Guzman Verteidiger fordern naturgemäß einen Freispruch für ihren Mandanten. „Sie müssen dem Mythos von ,El Chapo‘ nicht nachgeben“, sagte zweiter Anwalt Jeffrey Lichtman in seinem Schlussplädoyer am Donnerstag an die Adresse der zwölf Geschworenen, die ab Montag über die Schuld oder Unschuld des 61-Jährigen beraten sollen.

In dem Prozess hatte Lichtman Alex Cifuentes besonders angegriffen. Der Drogenhändler und sein Bruder hatten lange Kokain an Guzman geliefert, bevor sie begannen, mit der US-Justiz zu kooperieren. „Würden Sie den Cifuentes-Brüdern ein Auto abkaufen? Würden Sie sie als Babysitter einstellen? Natürlich nicht! Ihr Auto würde liegenbleiben, sobald Sie den Parkplatz verlassen haben, und Ihr Kind würde für ein Kilo Kokain verkauft. Aber Sie vertrauen auf diese Männer, um Herrn Guzman zu verurteilen?“

Drogenschmuggel, Waffenhandel, Geldwäsche, ...
54 Zeugen sagten in dem Mammutverfahren aus, von denen die meisten in US-Gefängnissen einsitzen. Die ursprünglich 17 Anklagepunkte wurden im Prozess auf zehn Punkte verringert - unter anderem Drogenschmuggel, Waffenhandel und Geldwäsche. Laut Anklage soll das mexikanische Sinaloa-Kartell unter Guzmans Führung zwischen 1989 und 2014 fast 155 Tonnen Kokain und große Mengen andere Drogen in die USA geschmuggelt haben.

„El Chapo“ war einst auch in den Schlagzeilen gewesen, weil er durch einen Tunnel unter einer Badewanne vor den Fahndern fliehen konnte. Zur Festnahme führten schließlich Mobilfunkdaten, nachdem die Fahnder über Jahre hinweg mithilfe von Informationen von US-Geheimdiensten und Zollbehörden Mobiltelefone von „El Chapo“-Vertrauten abgehört und beobachtet hatten. Die Spur führte schließlich zu einem Hotel im Urlaubsort Mazatlan, wo mexikanische Soldaten den Drogenboss im Bett überraschten.

Die Jury muss in allen Anklagepunkten einstimmig entscheiden, ob „El Chapo“ schuldig ist oder nicht. Wann im Fall einer Verurteilung das Strafmaß verkündet wird, ist offen. Bei einer Verurteilung droht ihm lebenslange Haft.

Heike Reinthaller-Rindler
Heike Reinthaller-Rindler

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