04.01.2019 10:11 |

Erhöhte Vorsicht!

Große Lawinengefahr: Am Wochenende Stufe 5 möglich

Die Lawinengefahr in Tirol wird am Freitag im Tagesverlauf ansteigen und verbreitet „Stufe 4“ der fünfteiligen Skala erreichen. Dies gelte für alle Bereiche oberhalb der Waldgrenze, teilte der Lawinenwarndienst Tirol mit. Neu- und Triebschnee würden die Hauptgefahr bilden, für Schneesport abseits gesicherter Pisten seien die Verhältnisse sehr gefährlich, warnen Experten. Am Wochenende könnte sich die Lage noch mehr zuspitzen! Die Einsatzkräfte sind in Alarmbereitschaft.

Triebschneeansammlungen könnten schon von einzelnen Wintersportlern leicht ausgelöst werden. „Die Gefahrenstellen sind zahlreich und bei der schlechten Sicht kaum zu erkennen. Zudem sind kleine bis mittlere spontane Lawinen zu erwarten“, warnen die Experten. Die Gefährdung beziehe sich hauptsächlich auf alpines Gelände. Lawinen, die bis in Tallagen vorstoßen und exponierte Verkehrswege gefährden, seien hingegen kaum zu erwarten. Unterhalb der Waldgrenze sei die Situation etwas günstiger.

Große Neuschneemengen auch am Wochenende
Am Wochenende könnte die Situation in Tirol noch kritischer werden. Große Neuschneemengen werden erwartet. „Prognosen gehen von 50 bis 100 cm in den Tälern des Unterlands und am Osttiroler Tauernkamm aus. Vor allem in klassischen Staulagen können sogar noch größere Neuschneemengen möglich sein. Im Westen Tirols fallen die Niederschläge deutlich geringer aus, hier ist mit 20 bis 50 cm Neuschnee zu rechnen“, heißt es vonseiten des Landes.

Hubschrauber in Bereitschaft gesetzt
Damit gelte erhöhte Alarmbereitschaft: Aufgrund der Wettersituation wurden neben dem Landeshubschrauber auch vonseiten des Österreichischen Bundesheeres ein Hubschrauber am Stützpunkt Schwaz sowie ein Lawineneinsatzzug in der Standschützenkaserne in Bereitschaft gesetzt. Dies gilt als Vorsorge, um bei etwaigen Einsätzen die zivilen Einsatzkräfte am Boden und aus der Luft unterstützen zu können sowie Erkundungsflüge für die Lawinenkommissionen zu ermöglichen, heißt es weiter.

Höchste Lawinenwarnstufe 5 möglich
Vor allem am Samstag ist im Osten Tirols intensiver Schneefall mit 100 bis 150 cm Neuschnee prognostiziert. Hinzu kommt ein stürmischer Nordwind, der Schneeverfrachtungen mit sich bringt. Diese führen zu einer instabilen Schneedecke und es kommt zu einem Anstieg der Lawinengefahr. „Es gilt generelle Vorsicht im Gelände und Gebirge - ich rate dringend davon ab, sich im freien Skiraum aufzuhalten“, warnt Rudi Mair, Leiter des Lawinenwarndiensts der Abteilung Zivil- und Katastrophenschutz des Landes Tirol. Besondere Hotspots sind das Karwendel, der Rofan, die Kitzbüheler Alpen sowie der Zillertaler und der Tauernhauptkamm. Die Lawinenwarnstufe kann hier sogar auf Stufe 5 ansteigen.

Verkehrsbehinderungen erwartet
Aufgrund der winterlichen Verhältnisse könnte es am Wochenende auch auf den Tiroler Straßen zu erheblichen Behinderungen kommen. Verschärft wird die Situation durch den Urlauberschichtwechsel. Die Hotspots: Fernpassstrecke (B179), abschnittsweise die Inntalautobahn (A12), Brennerautobahn (A13),  Eiberg Straße (B173), die Seitentäler des Inntales wie etwa das Zillertal (B169) sowie die Zubringerstraßen in und aus den Skigebieten. „Seitens der Polizei raten wir dringend, nur mit entsprechend wintertüchtigen Fahrzeugen unterwegs zu sein - Winterreifen, aber auch Schneeketten bei Fahrten in höher gelegene Gebiete sind bei winterlichen Fahrverhältnissen unbedingt notwendig", betont Günther Salzmann von der Landesverkehrsabteilung.

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