Hilfreiche Tipps

Silvester: Ein gefährliches Spiel mit dem Feuer!

Tirol
28.12.2018 08:00

Von der leuchtenden Rakete bis hin zum ohrenbetäubenden Knaller: Zum Jahreswechsel werden es wieder zahlreiche Tiroler gehörig krachen lassen. Aber Vorsicht ist geboten! Die Feuerwerke sind nämlich nicht nur schön bunt und laut, sondern auch gefährlich - vor allem dann, wenn man leichtfertig damit umgeht

Aufgeregt und voller Tatendrang kam am Donnerstag ein Tiroler beim Feuerwerks-Verkaufsstand in Neu-Rum vorbei. „Ich hätte gerne das größte Raketen-Paket, das es gibt“, sagte er zur Verkäuferin. Als diese ihm eine Box um schlappe 199 Euro zeigte, strahlten seine Augen: „Perfekt, die nehme ich.“ Er ist mit Sicherheit nicht der einzige Kunde mit einem so großen Raketenwunsch.

Verletzungsteufel wütet vor allem bei Männern
Doch leider enden derartige Wünsche oft mit schweren Verletzungen. Und es ist so sicher wie das Amen im Gebet, dass für den einen oder anderen Tiroler auch dieses Mal der erste Weg im neuen Jahr geradewegs ins Spital führen wird. „Leichtsinn und der Einfluss von zu viel Alkohol richten bei der Verwendung pyrotechnischer Artikel oft böse Verletzungen an“, warnt alljährlich die Polizei.

Und die Zahlen geben der Exekutive recht: Einer Studie vom Kuratorium für Verkehrssicherheit zufolge sind es Jahr für Jahr an die 200 „Schießwütige“, die sich beim Hantieren mit Silvesterknallern, Raketen und Co. so schwer verletzen, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Rund die Hälfte davon sind unter 25 Jahre alt. „Gerade jungen Burschen und Männern fehlt es leider oft an Gefahrenbewusstsein und Wissen über den richtigen Umgang“, wissen Experten - 97 Prozent aller Verletzten sind männlich.

Böller & Co. sind mit Vorsicht zu genießen. (Bild: Christian Forcher)
Böller & Co. sind mit Vorsicht zu genießen.

Hörschäden durch lautes Zischen und Knallen
Besonders die Ohren sind durch das laute Zischen und Krachen gefährdet. „Ein kurz einwirkender Knall schon ab 135 oder 140 Dezibel reicht, um die feinen Innenohrhärchen zu schädigen“, weiß Joseph Gaertner, Tiroler Landesinnungsmeister der Gesundheitsberufe. Es kann leicht zu einer Hörverminderung oder einem Knalltrauma kommen.

Wer dennoch nicht auf ein privates Feuerwerk verzichten will, der sollte nicht nur bedenken, dass Raketen der Kategorie F2 im Ortsgebiet verboten sind, sondern sollte auch einige Tipps beachten:

  • Auf jeden Fall ausnahmslos Fachhändlern vertrauen.
  • Raketen niemals in dicht verbautem Gebiet zünden.
  • Finger weg vom Alkohol - niemals betrunken zünden.
  • Für jedes Produkt gibt es einen - auf der Verpackung angegebenen - erforderlichen Sicherheitsabstand.
  • Raketen auf keinen Fall in den Erdboden stecken. Im Fachhandel gibt es geeignete Abschussvorrichtungen.
  • Raketen, Knaller und Co. immer möglichst weit weg vom Körper zünden.
  • „Blindgänger“ keinesfalls ein zweites Mal anzünden.
(Bild: zeitungsfoto.at)

Wer hingegen nicht selbst zündeln will, der kann sich vor allem - wie berichtet - beim Innsbrucker Bergsilvester ein fulminantes Feuerwerk-Spektakel von Profis anschauen. „Auch wenn für viele Menschen das Raketen-Abschießen zum Jahreswechsel dazu gehört wie ein Gläschen Sekt, verzichten immer mehr Tiroler auf private Feuerwerke und leisten damit einen großen Beitrag zur Minderung der Feinstaubbelastung - und man erspart sich eine Menge Geld“, ist Umweltlandesrätin Ingrid Felipe überzeugt.

„Wir haben auch schöne Raketen, die nicht laut sind“
Elisabeth Weis (40) aus Innsbruck verdient mit Feuerwerkskörpern ihr Geld. Im „Krone“-Interview spricht sie über die diesjährigen Verkaufsschlager, die teils sogar keinen Lärm verursachen und ihre Kunden.

Frau Weis, welche Voraussetzungen muss man erfüllen, um Feuerwerkskörper verkaufen zu dürfen?
Jeder einzelne Verkäufer muss zuvor einen eintägigen Kurs belegen und dann vor einer Kommission eine umfangreiche und knifflige Prüfung ablegen.

Ab wievielen Jahren darf man Raketen kaufen?
Ich verkaufe an Jugendliche ab 12 Jahren, verlange aber immer einen Ausweis. Bis obenhin gibt es keine Grenzen. Zu meinen Kunden zählen beispielsweise Familienväter sowie Opas, die mit ihren kleinen Enkerln vorbeikommen. An betrunkene Kunden gebe ich keine Produkte aus.

Elisabeth Weis betreibt den Verkaufsstand beim Interspar-Parkplatz in Neu-Rum. (Bild: Christian Forcher)
Elisabeth Weis betreibt den Verkaufsstand beim Interspar-Parkplatz in Neu-Rum.

Sie haben in diesem Jahr Ihren Stand wenige Tage vor dem Heiligen Abend geöffnet. Hat sich das gelohnt?
Ja, das hat es sich. Viele Eltern sind vorbeigekommen und haben im Namen des Christkindls Kinder-Raketen gekauft. Doch die meisten Kunden kommen erst nach dem Weihnachtsstress vorbei, also zwischen dem Christ- und dem Vorsilvestertag. Am 31. Dezember geht der Verkauf dann nur mehr schleppend.

Was sind die Klassiker unter Raketen und Co.?
Die Gigantischen haben eine Füllung von 75 Gramm und machen ein irrsinnig tolles Bild. Auch die Boxen sind heiß begehrt. Man zündet sie einmal an und kann dann das Feuerwerk in Ruhe bestaunen. Die Auswahl, die es hier gibt, ist enorm. Kinder und Jugendliche mögen hingegen sehr gerne Knallerbsen, Crackling-Balls, die am Boden herumflitzen, sowie Disco-Blitzer.

Gibt es auch Feuerwerkskörper, die nicht laut sind?
Ja, das wissen allerdings nur die wenigsten. Wir haben etliche Feuerwerkskörper im Angebot, die schön sind und so gut wie keine Geräusche abgeben.

Wie tief müssen die Tiroler Feuerwerks-Liebhaber in die Tasche greifen?
Die Produkte für Erwachsene starten bereits ab 12,90 Euro, die teuerste Box in unserem Sortiment kostet 199 Euro. Dafür können die Kunden dann ein vierminütiges Feuerwerk genießen. Die Artikel für Jugendliche sind bereits ab einem Euro erhältlich.

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