03.12.2018 14:19 |

Mordversuch an Ehemann

Messerstiche: Zwölf Jahre Haft für Kärntnerin (77)

Zurechnungsfähig oder nicht: Vor allem um diese Frage drehte sich ein Prozess wegen versuchten Mordes am Montag in Klagenfurt. Angeklagt war eine 77 Jahre alte Kärntnerin, die versucht hatte, ihren Ehemann zu erstechen. Zuvor hatte dieser ihren Vorschlag abgelehnt, gemeinsam ins Altersheim zu gehen. Die Pensionistin wurde schließlich für schuldig befunden und zu zwölf Jahren Haft verurteilt.

Bis zuletzt waren sich zwei Sachverständige uneins rund um die Frage der Zurechnungsfähigkeit der Frau zum Zeitpunkt des Messerangriffs. Während Experte Walter Wagner erklärte, die Pensionistin sei wahnhaft davon überzeugt gewesen, dement und hilflos zu werden - auch ihr Mann sei zunehmend versorgungsbedürftig geworden -, sah das Gutachter Peter Hofmann anders. Für ihn war die 77-Jährige sehr wohl zurechnungsfähig und in der Lage, das Unrecht ihrer Tat zu sehen. Er sprach bezüglich der Tat von Kaltblütigkeit, sie sei nie verwirrt gewesen und habe definitiv gewusst, dass sie niemanden töten dürfe.

Ehemann: „Möchte sie möglichst bald wiedersehen“
Der Ehemann der Angeklagten, der sich nach der Tat trotz der Verletzungen schlafen gelegt hatte, erklärte in seiner Aussage mehrfach, er sei seiner Frau nicht böse und er wolle sie möglichst bald wiedersehen.

„Es kommen die Feiertage und er ist ganz allein“
Die Geschworenen erklärten die Angeklagte schlussendlich einstimmig für zurechnungsfähig und damit für schuldig. Der Verteidiger der Pensionistin legte ebenso wie die Staatsanwaltschaft Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung ein.
Die 77-Jährige selbst nahm das Urteil nahezu regungslos hin. Vor den Plädoyers hatte sie auf die Frage des Richters, ob sie noch etwas sagen wolle, lediglich gemeint, sie wolle nur nach Hause zu ihrem Mann. „Es kommen ja die Feiertage und er ist ganz allein.“

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