25.11.2018 13:40 |

„Krone“ vor Ort

Täglicher Party-Horror in Innsbrucker Altstadt!

Seit Wochen am Verzweifeln sind Anrainer und Geschäftsleute in Innsbrucks Altstadt. Grund: ein Lokal, in dem auf legaler Basis bis spät Abends richtig Party gemacht wird. Die Ausgelassenheit der vorwiegend Jugendlichen bekommen dann Schaufenster und Gemäuer in der Nähe zu spüren, da es zu wenige Toiletten gibt.

Freitag Abend, 21.30 Uhr, Innsbrucker Altstadt. Der Christkindlmarkt hat bereits geschlossen. Doch noch immer herrscht am Eingang zur Altstadt, nahe des Restaurants Ottoburg, reges Treiben. Es sind vorwiegend Jugendliche, die auf Party aus sind. Warum noch immer so viel los ist, obwohl die Marktstände schon zu haben, ist rasch geklärt: In einem Innenhof geht nämlich die Post ab. Ähnlich, wie am Ballermann. Die Stimmung ist ausgelassen, die Musik laut.

Auf einem Bildschirm läuft der Text mit - viele singen, einige grölen nur mehr mit. Und den Glühwein gibt es um zwei Euro. „Das ist wie der Ballermann, nur auf Tirolerisch!“, schüttelt eine Passantin den Kopf. So weit, so gut bzw. schlecht. Das ist Ansichtssache. Ganz und gar keine Freude mit dem Tiroler Ballermann haben natürlich die Anrainer.

Vor den Augen des Landesschulrates
Denn gelinde ausgedrückt sind diese beim Verzweifeln. „Für uns ist das der pure Horror“, sagt eine Anrainerin, die aus Selbstschutz anonym bleiben möchte. Warum? Da es im Innenhof des Lokals - pikanterweise vor bzw. unter den Augen des Landesschulrates, der in den oberen Stockwerken des Gebäudes ebenfalls seinen Sitz hat - keine Toilette gibt, müssen die Gäste ins Lokal gehen.

Dafür muss man aber einen Umweg machen, den die beiden Türen vom Innenhof ins Lokal, die vorhanden wären, sind mittels Ketten verriegelt. Und im Lokal? Da steht vor den Toiletten eine lange Schlange. Also kommt, was unweigerlich kommen muss: Vorwiegend Mann sucht im Freien nach einer Alternative.

„Irgendwo müssen wir ja aufs Klo gehen!“
Das „Krone“-Team geht zwei jungen Burschen nach. Sie sind bereits mehr als angeheitert, wackeln zu den Mauern auf der Innseite der Ottoburg. Der eine verrichtet sein Geschäft zur Hotel-Mauer, der andere „zielt“ gar in Richtung eines Schaufensters. Auf die Frage, warum sie das tun, wird das „Krone“-Team zunächst angepöbelt. Dann fragt einer sogar lachend, ob wir „Stoff“ brauchen. Auf erneute Nachfrage kommt dann die Antwort: „Irgendwo müssen wir ja schließlich aufs Klo gehen!“

„Halt doch einfach die Gosch‘n, du Schlampe!“
Von Anpöbelungen können die Anrainer ein Lied singen. „Ich versuche, freundlich zu bleiben. Und bitte die Mädchen und Burschen, ihre Geschäfte woanders zu verrichten. ,Halt doch die Gosch’n, du Schlampe!‘ war noch das Harmloseste, das ich zu hören bekam“, sagt die Anrainerin. Besonders aggressiv seien übrigens die Mädchen.

„Wie es rund um die Altstadthäuser aussieht - das kann sich kein Mensch vorstellen. Das müssen wir täglich wegräumen. Sonst springen die Gäste davon“, schildert die Betroffene. Für das Geschäft ist die Situation natürlich arg. Kein Wunder! Wer mag schon zwischen Urin, Erbrochenem, usw. in ein Wirtshaus?

Rettung ist „Dauergast“
Übrigens: Fast täglicher „Gast“ des Altstadt-Horrors ist die Rettung. „Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht der Notarzt kommt und eine ,Alkohol-Leiche’ abholt. Ich hoffe, dass das bald vorbei ist. Wir halten das nicht mehr länger aus.“ Die Zustände bestätigt auch Paul Bloder, Sprecher der Altstadt-Betriebe.

Claus Meinert
Claus Meinert
Jasmin Steiner
Jasmin Steiner
Markus Gassler
Markus Gassler
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