20.11.2018 09:21 |

Gegengewicht zu Asien

Varta will Akkus für Elektro-Autos bauen

Der deutsche Batteriehersteller Varta will gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut die Basis für eine Massenproduktion von Batteriezellen zum Einsatz in Elektroautos legen. Mit Fördergeldern des Landes ab dem kommenden Jahr am Firmensitz im baden-württembergischen Ellwangen eine Fertigungslinie für großformatige Batteriezellen aufgebaut werden.

Mit dem Forschungsprojekt wolle sich Varta technische Vorteile in der Produktion gegenüber den bisher den Markt bestimmenden asiatischen Herstellern sowie einen Zeitplan erarbeiten, erklärte Varta-Chef Herbert Schein am Montag in Stuttgart. „Unser Geschäftsmodell ist nicht, Forschungsprojekte durchzuführen - wenn wir Forschungsprojekte machen, wollen wir danach investieren und produzieren“, ergänzte er.

Details zu möglichen Partnerunternehmen, zu denen laut Insidern der US-Autobauer Ford gehört, oder einem möglichen Produktionsstart gab Schein nicht preis. „Wir sprechen mit vielen Marktteilnehmern und evaluieren dann unsere Chancen“, sagte er. Klar sei, dass Investitionen in eine Massenfertigung von Lithium-Ionen-Batteriezellen aber sehr hoch seien.

Gegengewicht zu asiatischen Herstellern
Da sich bisher keine deutschen Autobauer oder Zulieferer bereitfanden, diese Milliardenrisiken einzugehen, hat die deutsche Bundesregierung eine Anschubfinanzierung für Unternehmen von insgesamt einer Milliarde Euro in Aussicht gestellt. Damit wollen sie ein Gegengewicht deutscher Hersteller zu den Zellherstellern aus Asien wie CATL aus China, SK Innovation aus Südkorea oder Panasonic aus Japan aufbauen.

„Wir machen uns dafür stark, eine Zellfertigung für großformatige Lithium-Ionen-Zellen hier im Land zu etablieren“, sagte Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut. „Wir dürfen nicht zulassen, dass unsere Unternehmen noch stärker von asiatischen Herstellern abhängig werden.“

Weniger Ausschuss durch Digitalisierung
Ziel ist es, zum Beispiel durch eine stärker digitalisierte Produktion die derzeit übliche Quote von zehn Prozent Ausschuss zu drücken, erklärte Thomas Bauernhansl vom Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung in Stuttgart. Varta sei das einzige Unternehmen in Deutschland mit Erfahrung in der Massenproduktion von Zellen. Das verringere das Risiko eines Markteinstiegs.

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