03.01.2010 13:32 |

Kein gutes Wort

Hicke: "Arnautovic? Der kann nicht einmal grüßen!"

Fast täglich neue Erfolgsmeldungen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten über Al Wahda, jenen Klub aus Abu Dhabi, der von Ex-Teamchef Josef Hickersberger betreut wird und zuletzt acht Siege in Serie feierte. Zweiter in der Meisterschaft, Semifinalist im President’s Cup – für "Hicke" läuft’s derzeit optimal. Und so nebenbei hatte er auch ein Erlebnis, das er sein Leben lang nicht vergessen wird. Mit Marko Arnautovic...

Eigentlich sollte man ja bei einem Fußball-Trainer mit seinen sportlichen Erfolgen beginnen – aber die Geschichte, die der Mensch Josef Hickersberger dieser Tage erlebte, stellt alles Sportliche in den Schatten. Denn "Hicke" ließ es sich natürlich nicht nehmen, den italienischen Tabellenführer Inter Mailand im Rahmen von dessen Trainingslager in Abu Dhabi zu besuchen – auch, um vielleicht einige Worte mit Marko Arnautovic zu wechseln.

Interessante Begegnung mit Arnautovic
Was er dann mit dem Österreicher erlebte, war interessant: "Nach dem Training absolvierten alle Spieler von Inter noch eine Stretching-Einheit mit den vier Assistenztrainern von Headcoach Jose Mourinho, nur einer nicht: Arnautovic." Doch die Verwunderung bei Hicke stieg noch weiter. "Da hab ich mir gedacht: Vielleicht ist er angeschlagen, ich werde ihn einmal fragen. Als er bei mir vorbeiging, sagte ich 'Hallo Marko', er ging aber grußlos vorbei. Na ja, er ist noch jung, vielleicht kannte er mich nicht", kommentiert "Hicke" die Begegnung.

Gerüchteküche brodelt
Über die Zukunft von Arnautovic macht sich Hickersberger allerdings Sorgen. Nicht zuletzt, weil er ein Gerücht aus dem Inter-Lager aufschnappte: "Ich hoffe für Arnautovic, dass folgende Geschichte, die beim Training erzählt wurde, nicht stimmt. Angeblich soll er auch Mourinho nicht grüßen. Wenn das einer meiner Spieler machen würde, bringt er mir als Trainer nicht den nötigen Respekt entgegen, weiß ich, was ich zu tun habe."

Mehr Fußball als je zuvor
Arnautovic ist für Hickersberger schon Geschichte, vielleicht auch bald für Inter (die Mailänder sollen alles andere als abgeneigt sein, den 20-Jährigen wieder abzugeben) – in Abu Dhabi warten auf "Hicke" jede Menge sportliche Aufgaben, auch wenn er nie sagen kann, wie lange er bleiben wird ("ein, zwei Niederlagen, und alle Siege sind vergessen"): In der Meisterschaft liegt man nach neun Spielen (sieben Siege, zwei 0:1-Niederlagen) auf Platz zwei, im President’s-Cup ist man auf dem Weg ins Finale, nächste Aufgabe ist der Asian Cup, wo es gegen einen Klub aus Syrien geht.

"Hicke" zur Erfolgswelle: "Jahrelang wurde bei Al Wahda mit drei Innenverteidigern gespielt, ich hab die Viererkette eingeführt. Anfangs haben alle die Stirn gerunzelt, jetzt sind sie begeistert." Und wer glaubt, dass man in den Emiraten weg vom (Fußball-)Schuss ist, der irrt gewaltig: "Ich sehe dank Satelliten-TV mehr Fußball als je zuvor", so Hickersberger, der sich über die Übertragungen der Europa League freute: "Rapids Spiele gegen Celtic wurden gezeigt, auch Spiele von Salzburg. So ist man der Heimat näher, als man glaubt."

Wenn dann auch noch das Golf-Handicap passt, ist fast alles perfekt. Fast, denn die Enkelkinder würde "Opa Hicke" gerne öfters sehen.

von Peter Klöbl, Kronen Zeitung
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