Fr, 19. Oktober 2018

Salzburg AG

09.10.2018 08:00

Politik greift jetzt ein: Mehr Busse und Lenker

Der Druck wurde immer stärker, die Diskussion heftiger, der Unmut in der Bevölkerung größer: Jetzt greift die Politik in der Öffi-Misere in Salzburg durch. Nach einer Besprechung mit Wilfried Haslauer übernimmt Salzburg AG-Vorstand Leonhard Schitter den Verkehrsbereich. 2019 werden 15 neue O-Busse gekauft.

Und auch beim Personal - genervt durch Krankenstände - soll sich die Lage massiv verbessern.
In wenigen Tagen schon, am 24. Oktober, werden in der Remise in der Alpenstraße bei einer großen Veranstaltung künftige O-Bus-Lenker gesucht.
Die Politik erkannte die Dramatik der Lage relativ rasch: Die auf den Straßen der Stadt Salzburg fahrenden gelben Oldtimer-Busse aus dem Museum wirkten wie eine Demonstration.
Dem Landeshauptmann, der erst vor wenigen Tagen den Vorsitz im Aufsichtsrat des Konzerns Salzburg AG übernommen hatte, reichte es. Montag gab es die entscheidende Sitzung: Haslauer, Schitter , Preuner. Landeschef, Salzburg AG-Vorstand, Bürgermeister. Vorerst ging es ums Aufräumen.
Das Infrastrukturministerium in Wien wurde unruhig. Es erhielt am 16. März 2018 ein Schreiben des Arbeitsinspektorats aus Salzburg, in dem auf die fehlende Sicherheitsgenehmigung für die Lokalbahn hingewiesen wurde. Schon im April 2018 erkundigte sich die Oberste Eisenbahnbehörde in Salzburg, wie es denn um das Verfahren stehe. Nachdem aktuell keine Meldung über einen Abschluss vorliegt, wurde dieser Tage neuerlich ein Schreiben nach Salzburg geschickt.
Die Salzburg AG hatte in einem Aushang in der Remise die Berichte der „Krone“ über die fehlende Genehmigung herunter gespielt, jetzt musste man doch handeln.

Das TÜV Süd, eine auf Techniküberprüfungen spezialisierte deutsche Firma, wird O-Bus und Lokalbahn röntgen. Die Wirtschaftsprüfungsfirma KPMG soll ebenfalls eingeschaltet werden.
Das Ziel ist klar: Sind die Öffis in Salzburg fit für die Zukunft und welche Modernisierungen müssen vorgenommen werden?
Die „Krone“ nahm in ihren Berichten das mögliche Ergebnis schon vorweg: Es wird empfohlen werden, alle alten O-Busse auszutauschen und auf der Lokalbahn moderne Niederflur-Garnituren einzusetzen sowie das Netz zweigleisig auszubauen.
Der Verkehrsbereich in der Salzburg AG wandert von Horst Ebner (der kümmert sich künftig um Technische Services) zu Leonhard Schitter. Dieser setzte erste Maßnahmen: Zu den bereits geplanten elf neuen O-Bussen kommen vier dazu, sie sollen 2019 geliefert werden.
Im Fahrbetrieb werden die Planstellen auf 280 aufgestockt. Und das Berufsbild O-Buslenker soll „attraktiver gestaltet werden“.

Das bedeutet im Klartext die Erfüllung einer weiteren Forderung, welche die „Krone“ im Rahmen ihrer großen Bürger-Befragung aufgestellt hat: Der Verkauf von Fahrscheinen beim Lenker muss eingestellt werden. In den O-Bussen sollen so rasch wie möglich Ticket-Automaten installiert werden. Wien testet in neuen Straßenbahnen 70 neue Geräte, einige könnten für Salzburg bestellt werden.
Wichtig aber: Das Gehalt der O-Bus-Lenker, die ihre Gefährte durch schwierige Strecken (Millimeter-Arbeit beim Klausentor, schwierige Situation im Gegenverkehr im Neutor, zu enge Radien bei der Einfahrt in den schlecht geplanten Terminal beim Hauptbahnhof) darf nicht gekürzt werden. Sie erhalten für den Ticket-Verkauf eine minimale Zulage.
Verkehrslandesrat Stefan Schnöll bekommt eine Sonder-Aufgabe: Er soll den Kompetenz-Dschungel lichten. Zwischen den Bussen der Salzburg AG und dem Albus gibt es zwar eine gewisse Abstimmung, optimal ist sie nicht. Der Postbus des Verkehrsverbundes führt ein Eigenleben.
Sämtliche Überland-Linien müssten an der Schallmooser Seite des Hauptbahnhofs einen neuen Terminal erhalten. Zuständig dafür ist die ÖBB.

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