Di, 18. September 2018

Köstendorf:

12.09.2018 10:23

Die panische Angst vor dem lauten Förderband

Das Mega-Projekt des neuen Eisenbahntunnels im Flachgau bereitet den Anrainern in Köstendorf und Umgebung weiterhin panische Angst. Vor allem gelten die Fragen zu klären, wohin mit dem Schutt und wie gelangt er dort hin? Die Deponie in Lochen scheint fix. Das Transport-Förderband ist heißer Diskussionspunkt.

Die beiden Tunnelröhren über 16,5 Kilometer durch den Flachgau für die neue Hochleistungsstrecke der ÖBB werden benötigt - das steht außer Diskussion und wird von den Flachgauer Gemeinden und den Bürgern auch so gesehen. Beim Bau werden vier Millionen Kubikmeter Schutt ausgegraben. Da es sich aber um Flysch handelt, welcher als Baumaterial nicht geeignet ist, muss dieser gelagert werden. Nach langer Suche hat die ÖBB einen geeigneten Standort in der oberösterreichischen Gemeinde Lochen gefunden. „Weil es in einem anderen Bundesland liegt, brauchen wir noch mehr Genehmigungen, aber das nehmen wir für den idealen Lagerplatz in Kauf“, sagt der Projektleiter Christian Höss. Dafür muss der Steinbachgraben komplett abgeholzt werden. Nach der Aufschüttung wird dieser wieder begrünt. „Aber wie lange dauert es, bis ein Baum wieder wächst? Das Naherholungsgebiet wird dadurch zerstört“, sagt ein besorgter Anrainer. Die Variante scheint aber fix, hat sich als beste Variante erwiesen.

Eine ähnliche Lösung gab es bereits beim 13,5 Kilometer langen Wienerwaldtunnel, der im Jahr 2012 eröffnet wurde. Hier konnte ein Teil als Baumaterial verwendet werden. Der unbrauchbare Abraum wurde zur Neugestaltung des Taglesberges verwendet. Zum Steinbachgraben in Lochen sind es vom Tunnelportal in Köstendorf ungefähr fünf Kilometer. Das Material soll über ein Förderband transportiert werden. Dieses ist noch die große Unbekannte für die Anrainer. Die Pläne dafür sind erst seit kurzem bekannt, da der Deponieplatz noch nicht lange feststeht. Laut Gesetz ist eine maximale Lautstärke für das Band mit 55 Dezibel begrenzt - gemessen wird dies an der Hausmauer von Betroffenen. Direkt neben der Anlage ist es wesentlich lauter. Bürgermeister Wolfgang Wagner will bei der Umweltverträglichkeitsprüfung 45 Dezibel.
Schließlich laufen die Bänder neun Jahre lang nonstop. Eine große Belastung wird auch der Bau der Förderung. Tausende Lkw-Fahrten werden dafür notwendig sein, eine eigene Straße wird gebaut. Am Ende der Baustelle gibt es das gleiche Spiel beim Rückbau der gesamten Anlage.

Felix Roittner
Felix Roittner

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