So, 23. September 2018

Ranghohe Funktionäre

07.09.2018 20:03

Todesbrücke: 20 Verdächtige im Visier der Justiz!

Nach dem Brückeneinsturz in Genua mit 43 Todesopfern ermitteln die Justizbehörden der ligurischen Hafenstadt gegen 20 Personen. Unter ihnen befindet sich etwa der Chef des zuständigen Autobahnbetreibers, Giovanni Castellucci, sowie acht Manager der Gesellschaft „Autostrade per l‘Italia“. Zudem sind auch vier ranghohe Funktionäre des Infrastrukturministeriums im Visier der Justiz.

Das Unternehmen „Autostrade per l‘Italia“ betreibt in Italien ein Autobahnnetz mit 3000 Kilometern Länge und wird über eine Holding von der Benetton-Familie kontrolliert. Bei dem Unglück Mitte August war die Morandi-Autobahnbrücke auf einer Länge von mehr als 100 Metern eingestürzt. Die genaue Unglücksursache ist noch unklar, es steht aber im Raum, dass vorangegangene Warnungen zum maroden Zustand der Brücke nicht ernst genommen und Instandhaltungen verschleppt wurden.

Neue Brücke „soll 1000 Jahre überdauern“
Indes hat der italienische Stararchitekt Renzo Piano am Freitagvormittag seinen Plan für eine neue Autobahnbrücke in der Stadt präsentiert. Das neue Bauwerk werde einem Schiff ähneln, das die Küste durchkreuzt, zitierte die Tageszeitung „La Stampa“ den Architekten. Die Pläne sehen vor, dass die weiße Konstruktion aus Stahl dank Stroms aus Solarzellen nachtsüber beleuchtet wird. „Die Brücke soll ein Ort des Lichts, aber ohne Spezialeffekte sein“, erläuterte der 80-jährige Piano. Sie werde schlicht sein, im Einklang mit dem Charakter der Stadtbewohner. „Die neue Brücke muss eine Struktur haben, die leicht instand gehalten werden und tausend Jahre überdauern kann“, sagte der Architekt. Er erstellte den Entwurf kostenlos.

Seit dem Einsturz mit 43 Todesopfern denke er ständig an die Brücke. Der Präsident der Region Ligurien, Giovanni Toti, habe ihn gebeten, seinen Beitrag zu leisten. „Ich konnte mich nicht zurückziehen. Ich arbeite seit drei Wochen mit großer Intensität an diesem Projekt. Ich arbeite auch an anderen Dingen, doch meine Gedanken kehren immer zur Brücke zurück“, sagte der Stararchitekt. Piano hat viel Erfahrung mit dem Bau von Brücken weltweit. Zu seinen Werken zählt etwa die 900 Meter lange Brücke Ushibuka, die drei Inseln in Süden Japans verbindet.

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