Fußball am Golf

Neapel: Leidenschaft zu Füßen des Vesuv

Reisen & Urlaub
31.08.2018 08:00

Fußball in Neapel - das ist Leidenschaft pur. Jeder Fußballenthusiast will das einmal erleben. Aber auch die zahlreichen Kulturschätze in der Stadt am Golf sollte man nicht einfach links liegen lassen.

Auf den ersten Blick ist die süditalienische Stadt am Golf von Neapel keine Schönheit. Sie präsentiert sich chaotisch, unterlegt mit einem konstanten Lärmpegel, der dem dem Kollaps nahenden Verkehr geschuldet ist. Neapel will erobert werden, gleich einer kapriziösen Dame.

Die Metropole der Region Kampaniens, die zu Füßen des aktiven Vulkans Vesuv liegt, blickt auf eine lange Geschichte bis ins 2. Jahrtausend v. Chr. zurück. Kulturschätze wie die Kathedrale, der Duomo di San Gennaro, der Königspalast und das Castel Nuovo zeugen davon. Die bezaubernde Amalfiküste ist nicht weit weg, die Ferieninseln Ischia und Capri sind traumhaft.

Ja, im Norden geht es Italien wirtschaftlich deutlich besser. Die mediterrane Lebenslust leidet manchmal ein wenig in Napoli. Allerdings nicht wenn es um den Fußball geht. Die SSC Neapel - der Fußballverein der Stadt gibt den Menschen Halt, er ist der Stolz der Stadt. Selbst wenn die Zeiten noch so hart sind, beim Fußballspiel kann man das kurz vergessen. Wer Fußball voller Leidenschaft erleben will, der muss nach Neapel. Natürlich kann und sollte man zum Beispiel der mittelalterlichen Festung Castell Sant’Elmo und dem danebenliegenden Kloster Certosa di San Martino auf dem Vomero oder dem Vesuv einen Besuch abstatten. Es soll bekanntlich ja Fußballverrückte geben, die nur wegen des Spiels nach Neapel reisen. Denen entgeht aber einiges ...

Im altehrwürdigen Stadion San Paolo brodelt es, wenn „die Blauen“ auflaufen, hier wurde schon so manche Träne vergossen. Oft ist es auch ein Kampf zwischen Arm und Reich - der Süden gegen den Norden. Als zu Saisonende Juventus Turin auf dem Weg zum siebten Meisterschaftstitel in Folge gegen Neapel eine Niederlage kassierte, wurde der SSC Napoli wie ein Weltmeister gefeiert. Sie mussten sich schlussendlich mit dem zweiten Platz begnügen.

Das Spiel mit dem runden Leder gehört zu Neapel wie die Pizza Margherita, in der sich die Farben Italiens spiegeln. Der Klub und das azurblaue Emblem sind allgegenwärtig - an den Marktständen oder in den Bars, wo die Leistungen der Mannschaft akribisch analysiert werden.

Vor allem Diego Maradona, der argentinische Fußballgott, dem Napoli seine zwei Meistertitel zu verdanken hat und der zum „Sohn Neapels“ mutierte, wird verehrt. Der Maradona-Altar vor der Bar Nilo ist nur eine von vielen Ehrerbietungen für den ehemaligen Spieler mit der Nummer 10. Irgendwann wird der dritte Titel kommen, denn die Neapolitaner wissen, irgendwann gehen Träume in Erfüllung.

Diana Krulei, Kronen Zeitung

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