Sa, 17. November 2018

„DrachenLord1510“

22.08.2018 14:08

300 Platzverweise bei Hass-Demo gegen YouTuber

Trotz eines Versammlungsverbots sind Hunderte Menschen zu einer Hass-Demo gegen einen YouTuber mit dem Nutzernamen „DrachenLord1510“ nach Emskirchen in Mittelfranken, knapp 35 Kilometer nordwestlich von Nürnberg, gekommen. Um den Mann gibt es seit Jahren immer wieder Streit. Die Polizei rückte mit mehreren Dutzend Beamten an und sprach am Ende rund 300 Platzverweise aus.

Die Teilnehmer warfen Böller, sodass die Feuerwehr einen kleinen Wiesenbrand löschen musste. Außerdem wurde ein Polizist bespuckt und beleidigt, ein Bushäuschen beschmiert. 600 bis 800 Menschen protestierten nach anonymen Aufrufen im Internet in dem 5000-Einwohner-Ort gegen den YouTuber.

Holocaust als „nice Sache“ bezeichnet
Zwischen dem Mann und seinen Kritikern gibt es seit mehreren Jahren immer wieder Streit. Er veröffentlicht Videos über sein Leben und provoziert dabei auch mit extremen Ansichten - einmal bezeichnete er etwa den Holocaust als „nice Sache“. Seine Kritiker beschimpfen ihn und machen sich unter anderem über sein Aussehen, sein Gewicht und seine Ansichten lustig. Es kam auch bereits zu Straftaten - so wurden Steine durch Fenster des Hauses geworfen, in dem der Mann wohnt, er wurde bedroht und verletzt.

„Traut euch, kommt zu mir!“
Im Jahr 2016 verurteilte das Landgericht Nürnberg einen damals 24-Jährigen in dem Fall zu einer mehrjährigen Haftstrafe. Neben zahlreichen anderen Straftaten hatte er einen falschen Notruf abgesetzt und damit einen großen Polizei- und Feuerwehreinsatz bei dem YouTuber ausgelöst. „DrachenLord1510“ hat seine Adresse in einem seiner Videos selbst verraten und forderte seine Gegner auf: „Traut euch, kommt zu mir“, er wolle die Sache von Angesicht zu Angesicht klären.

Sogar Mordaufrufe gegen „DrachenLord 1510“
Das Landratsamt hatte in der vergangenen Woche ein Versammlungsverbot für den Ort erlassen, weil die Behörde Straftaten befürchtete. In den Aufrufen im Netz wurde unter anderem ein „Kampf epischen Ausmaßes“ angekündigt, ein Nutzer forderte andere sogar zum Mord an dem YouTuber auf. Wie Rainer Kahler vom Landratsamt sagte, kamen einige der Demonstranten laut den Auto-Kennzeichen sogar aus Wien, Hamburg und Sachsen.

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Holländer „stinkig“
Furzte sich Darts-Superstar Anderson zum Sieg?
Sport-Mix
„Der verlorene Sohn“
Goalgetter Modeste kehrt zum 1. FC Köln zurück
Fußball International
Nations-League-Finish
Foda peilt mit Österreich Sieg in Nordirland an!
Fußball International
„Krone“-Leser besorgt
„Ältere Arbeitslose finden keine Jobs mehr“
Österreich
Verstörende Prozession
Bischof in Porsche lässt sich von Kindern ziehen
Video Viral
ÖSV-Asse in Levi stark
Schild von Rang zwölf aufs Podest - Shiffrin siegt
Wintersport
Nach Sieg von Holland
Frust bei Deutschland: Abstieg nach Seuchenjahr
Fußball International
Franzosen besiegt
Neue Holland-Euphorie: „Wer ist der Weltmeister?“
Fußball International

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.