Eine Legende richtet den „Dominator“ wieder auf: John McEnroe drillte in seiner US-Akademie Dominic Thiem. Die frühere Nummer 1 der Tennis-Welt gab Österreichs Nummer 1 wertvolle Tipps. „Krone“-Reporter Peter Moizi war bei diesem irren Schlagabtausch (siehe Video oben) als „Ballbub“ live dabei!
Ein Virus hatte Dominic Thiem zuletzt für zehn Tage außer Gefecht gesetzt, seit Sonntag trainiert der 24-Jährige in New York, bereitet sich auf Randall’s Island auf die am Montag beginnenden US Open vor. Im vergangenen Jahr hatte der Tennis-Star vor dem letzten Grand Slam des Jahres ein Intensiv-Camp eingelegt, heuer geht er es ruhiger an. „Ich konnte zuletzt fast zwei Wochen lang gar nichts machen, da kann ich nicht mit Vollgas starten.“
Dafür mit einer echten Motivationsspritze. Tennis-Papst John McEnroe, einstige Nummer eins der Welt und vierfacher Champion bei den US Open, sprang eine Stunde lang als Sparring-Partner ein, gab Thiem wertvolle Tipps. Die „Krone“ war live dabei, half auf dem Court als „Ballbub“ aus. Thiems Trainer Günter Bresnik organisierte den Schlagabtausch mit „Big Mac“, der auch Hausherr in der Akademie auf Randall’s Island ist.
Pure Emotionen
Die aktuelle Nummer neun der Welt und der einstige Superstar lieferten sich ein Tennis-Feuerwerk. Vor allem McEnroe bot eine hollywoodreife Show: Der Altmeister zeigte Zauberschläge, tobte lautstark bei Fehlern, gab laute Kommandos und zelebrierte eine lehrreiche Tennis-Stunde. „Drück die Volleys am Netz fest weg“, forderte der 59-Jährige den Österreicher auf, „zieh auch bei den Bällen aus dem Halbfeld voll durch - du hast alle Waffen!“
Bei einer Trinkpause knöpfte sich John, dessen Worte in der Tenniswelt als Gesetz gelten, den 24-Jährigen vor: „Ich will dir nicht zu nahetreten, aber eines muss ich dir schon sagen: Du hast gezeigt, dass man Rafael Nadal auf Sand schlagen kann - doch im Finale der French Open hast du mir nicht gefallen. Du hättest ihn viel mehr fordern müssen, weil du es kannst.“ Thiem war vom Sparring begeistert: „McEnroe hat so viel Klasse, eine Ehre, mit ihm zu spielen. Ich nehme mir seine Worte zu Herzen.“
Peter Moizi, Kronen Zeitung
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