Chance vernebelt

Sturms Lavric schenkte Austria Wien einen Punkt

Steiermark
14.12.2009 17:02
Die Fußball-Bundesliga geht mit einem 2:2 zwischen Sturm Graz und der Wiener Austria in die Winterpause. Nach 0:1-Rückstand und 2:1-Führung der Grazer (im Bild Jantscher) wurde es am Sonntagabend doch noch ein Remis, in dem vor allem eine Riesenchance von Sturm im Finish für Wirbel sorgte: Lavric vergab kläglich. Die unglückselige Heimserie gegen die Austria - letzter Sieg im August 2006 - überlebt damit einen weiteren Jahreswechsel.

"Wenn wir gewinnen, können wir ruhig die schlechtere Mannschaft sein", hatte Franco Foda in Erinnerung an die unglücklichen letzten Spiele gegen Austria vorher gesagt. Den Wunsch schien ihm seine Truppe 45 Minuten lang zu erfüllen. Denn Sturm war anfangs die schlechtere Mannschaft.

Das 0:1 ließ nicht lange auf sich warten: Ein Schildenfeld-Elferfoul an Acimovic (9.) hatte Einwaller noch übersehen - und "übersehen" hat die Sturm-Abwehr wenig später auch Acimovic, der unbehindert aus 25 Metern ins Kreuzeck traf (15.). Danach war von den "Schwarzen" wenig zu sehen - bis zur 42. Minute. Da spielte Hattenberger ungewollt, aber perfekt für Lavric ins Loch, dessen Stanglpass versenkte Hölzl zum 1:1.

Chancen auf beiden Seiten
Sekunden vor dem Halbzeitpfiff sah die Austria-Abwehr so aus, wie die von Sturm beim 0:1. Beichler überlief Dragovic, mutterseelenallein kam Jantscher am Sechzehner zum Ball - 2:1. Doch die Freude darüber überdauerte nur die Pause. Nur 44 Sekunden (!) nach Wiederanpfiff spielte Diabang für Klein auf. Der war auch nicht gerade von Sturm-Verteidigern "umzingelt", konnte seelenruhig das 2:2 machen.

Das war's dann auch schon mit den Toren - obwohl noch etliche hätten fallen können, ja sogar müssen: Erst rettete Gratzei bei einem Vorisek-Schuss (52.), dann verhinderte nach einem Schuss von Klein nur noch die Latte eine 3:2-Führung der Wiener. Auf der anderen Seite verhinderte Safar nur mit einer Glanzparade ein Eigentor von Dragovic (70.), hielt der Austria-Keeper einen Hölzl-Schuss (74.) und rettete bei einem Beichler-Kopfball (81.).

Aber alles eigentlich nur "Mini-Chancen" gegen jene in der 87. Minute: Nach einem kollektiven Nickerchen der Austria-Abwehr kam Lavric wenige Meter vor dem Tor zum Ball - und schoss die Kugel (die sich zugegebenermaßen etwas versprungen hatte) um Häuser am Gehäuse vorbei - womit es wieder nichts wurde mit einem Heimsieg gegen die Violetten. Der letzte datiert vom 19. August 2006...

"Der Boden ist keine Ausrede"
Erstmals in der Foda-Ära ist Sturm nun sechs Spiele sieglos. Doch das war nicht das Hauptthema (Foda: "Wir sind auch drei Spiele unbesiegt.") nach dem 2:2 gegen Austria. Die Lavric-Chance erregte die Gemüter. "Der Ball hat sich versprungen, ich habe ihn nicht richtig getroffen", entschuldigte sich der Slowene. Was der Trainer aber so nicht stehen ließ: "Okay, der Boden war schlecht. Aber Lavric hatte alle Zeit der Welt, sich den Ball herzurichten, einem Routinier darf das nicht passieren."

Auch Kapitän Andi Hölzl knirschte mit den Zähnen: "Wenn man so eine Chance nicht hineinhaut, darf man sich nicht beschweren, dass man nicht gewonnen hat." Und Austria-Trainer Karl Daxbacher atmete tief durch: "Es war insgesamt ein offener Schlagabtausch, aber nach dieser Riesenchance von Sturm im Finish müssen wir mit dem einen Punkt eigentlich zufrieden sein."

Fußball-Bundesliga (19. Runde): SK Puntigamer Sturm Graz - FK Austria Wien 2:2 (2:1). Graz, UPC-Arena, 9.784, SR Einwaller.

Torfolge: 0:1 (15.) Acimovic, 1:1 (43.) Hölzl, 2:1 (45.) Jantscher, 2:2 (46.) Klein.

Sturm: Gratzei - Lamotte (72. Ehrenreich), Feldhofer, Schildenfeld, Kandelaki - Hölzl (88. Weinberger), M. Weber, Hlinka, Jantscher - Beichler, Lavric.

Austria: Safar - Vorisek, Bak, Dragovic, Ortlechner - Hattenberger - Klein, Junuzovic, Acimovic - Diabang, Schumacher (67. Topic).

Gelbe Karten: Hölzl, Ehrenreich bzw. Bak, Hattenberger, Diabang.

von Egon Rejc ("Steirerkrone") und steirerkrone.at

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