09.08.2018 05:34 |

Probleme in Spittal

Quelle blieb am Netz: Affäre um Arsen im Wasser!

Arsenbelastetes Wasser aus dem Leitungshahn: Bei detaillierten Trinkwasseruntersuchungen im Bezirk Spittal haben Beamte eine massive Überschreitung der Grenzwerte entdeckt. Anstatt die betroffene Quelle sofort vom Netz zu nehmen, bekamen Bürger weiter belastetes Wasser - monatelang. Hat die Behörde versagt?

Die Bewohner des Ortes Saraberg wussten nichts davon, dass ihr Wasser kontaminiert ist. Denn geht es nach der Trinkwasserverordnung, muss das Wasser aus so kleinen Versorgungsanlagen wie aus jener der betroffenen Ortschaft nicht auf Parameter wie Arsen getestet werden. Erst bei einem großen Monitoring durch das Land 2017 fiel auf: Der Grenzwert von Arsen, das bei längerer Aufnahme Krankheiten verursachen kann, wurde um das Zehnfache überschritten. Doch anstatt die Quelle sofort zu schließen, sprudelte bei den Bürgern weiter belastetes Wasser aus dem Hahn. „Aufgrund der Ergebnisse der Monitoringproben wurden bei jenen Messstellen, welche Auffälligkeiten zeigten, amtliche Trinkwasserproben nachgezogen“, heißt es in einer schriftlichen Beantwortung einer „Krone“-Anfrage an die Landes-Gesundheitsabteilung.

Obwohl die Behörde konkrete Hinweise auf eine Belastung hatte, vergingen Monate, bis die Quelle endlich per Bescheid vom Netz genommen wurde - von der nicht dafür zuständigen BH Spittal. „Als wir im Juli von der Belastung erfahren haben, mussten wir sofort reagieren“, erklärt Bezirkshauptmann Klaus Brandner. Jetzt wird der Ort alternativ versorgt. Das lange Zuwarten in den zuständigen Abteilungen im Land sorgt auch behördenintern für Wirbel: Von Inaktivität und Kompetenzstreitigkeiten ist die Rede.

Thomas Leitner
Thomas Leitner
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