Fr, 14. Dezember 2018

Kästen, Sofas und Co.

30.07.2018 10:24

1100 Tonnen Müll landen neben Tirols Autobahnen

Vom Plastiksack bis hin zum Kleiderschrank: Entlang der Tiroler Autobahnen wird heutzutage alles Mögliche achtlos entsorgt! Alles in allem kommen jährlich an die 1100 Tonnen Müll zusammen, der teils mühsam per Handarbeit eingesammelt werden muss. Der Asfinag entstehen dabei Kosten in Millionenhöhe. Dem Mülltourismus wird nun verstärkt der Kampf angesagt!

„Es gibt nichts, was es nicht gibt“, bringt es Tirols Asfinag-Chef Stefan Siegele auf den Punkt - und er stellt gleich eine simple Rechnung auf: „Mehr Verkehr ist gleich mehr Müll.“ Dieser stapelt sich entlang der heimischen Autobahnen wahrlich immer höher! An die 1100 Tonnen Unrat jeglicher Art sammeln die fleißigen „Putztrupps“ des Autobahnbetreibers Jahr für Jahr allein hierzulande ein. Rund 300 davon müssen erst mühevoll aus dem Straßengraben geholt und dann abtransportiert werden. „In Tirol entstehen der Asfinag für die fachgerechte Müllentsorgung Kosten in Höhe von 1,5 Millionen Euro pro Jahr“, betont Siegele weiter.

Flaschen und Schuhe als „Wurfgeschosse“
Abgesehen von der Umweltverschmutzung kann der Müll auch sehr schnell zur großen Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer werden, weiß der Asfinag-Geschäftsführer. Etwa dann, wenn er achtlos aus dem Fenster geworfen wird. „Flaschen oder Dosen können da wie Wurfgeschosse wirken. Sogar Schuhe hatten wir schon. Aber auch leichtere Sachen wie Zeitungen oder Nylonsäcke können sehr gefährlich werden. Nicht auszudenken was etwa passieren könnte, wenn so etwas auf der Windschutzscheibe landet und einem die Sicht verdeckt wird“, sagt Siegele.

„Werden Mülltourismus den Kampf ansagen“
Auch auf den Raststätten stapelt sich der Müll. Es scheint in Mode zu sein, dort den Haus- oder Sperrmüll abzulagern. „Matratzen, Sofas, Kühlschränke, Fernseher, Waschbecken, Kästen, Kinderwagen - auf den Parkplätzen landet heutzutage leider alles“, schildert der Asfinag-Chef.

Siegele kündigt an, dass der Streckendienst künftig dahingehend verstärkt kontrollieren wird. Gleichzeitig weiß er aber auch, dass „Schwarze Schafe“ nicht so leicht auszuforschen sind. „Es wird jedenfalls sofort eine Anzeige geben, wenn ein Müllentsorger auf frischer Tat ertappt wird. Zudem wird verstärkt darauf geschaut, ob der Müll einer bestimmten Person zugeordnet werden kann.“

223 Straßenkilometer zu räumen
Müll-Hotspots sind in Tirol vor allem die Autobahn-Anschlussstellen bzw. Auf- und Abfahrten. Tendenziell komme im Großraum Innsbruck am meisten zusammen, weil dort die Frequenz am höchsten ist. Alles in allem haben die Putztrupps hierzulande 223 Straßenkilometer zu räumen!

Hubert Rauth
Hubert Rauth

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