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Große Schmetterlingszählung in unseren Gärten

Tierecke
23.07.2018 08:11

Da bereits die Hälfte aller österreichischen Schmetterlingsarten in ihrem Bestand vom Aussterben bedroht oder gefährdet ist und die Schmetterlingsforschung zu wenige Daten hierzu hat, rufen „Blühendes Österreich“ und „GLOBAL 2000“ von 12. Juli bis 5. August 2018 wieder zur sommerlichen Schmetterlingszählung in Österreichs Gärten auf. „Zeig her deinen Schmetterlingsgarten“ nennt sich die Citizen-Science-Zählaktion, bei der herausgefunden werden soll, welche Schmetterlinge in den heimischen Gärten, Balkonen und Terrassen flattern. Ist das Große Ochsenauge wieder der meistgesichtete Schmetterling in Österreichs Gärten? Bleibt Niederösterreich das artenreichste Bundesland? Und wo befindet sich der artenreichste Garten Österreichs?

“Wie wichtig naturnah gepflegte Gärten sind, verdeutlicht der Rückgang artenreicher Blühwiesen um knapp 60 Prozent in den letzten drei Jahrzehnten“, sagt Ronald Würflinger, Geschäftsführer von „Blühendes Österreich“. „Jeder artenreiche und wilde Garten ist ein Beitrag für mehr Schmetterlingsvielfalt.“ Schließlich gibt es rund 3,9 Millionen Haushalte in Österreich, davon haben 86 Prozent einen Garten, Balkon oder eine Terrasse. „Da können Gärtnerinnen und Gärtner einiges zu unserer heimischen Artenvielfalt beitragen, oder durch Gift und karge Gärten kaputt machen“, so Würflinger.

Tausende Bürger unterstützen die Wissenschaft
„Die Schmetterlingszählung in den Gärten ist ein wichtiger Baustein, um den Zustand der Faltervielfalt auf privaten Flächen in Österreich zu dokumentieren“, so Leonore Gewessler, Geschäftsführerin von „GLOBAL 2000“. Die App „Schmetterlinge Österreichs“ ermöglicht es Benutzern nicht nur die Artenvielfalt der Falter zu erfassen, sondern auch ihre Verbreitung zu beobachten und ihre Anzahl abzulichten. Wissenschaftler nutzen die Daten, um Verbreitungskarten zu adaptieren und den Artenschutz voranzutreiben. „Rund 10.000 freiwillige SchmetterlingsforscherInnen waren 2017 bereits aktiv, dieses Jahr sollen es noch mehr werden. Deswegen wurde die App noch benutzerfreundlicher gestaltet und auf Wunsch der Nutzer um 32 Nachtfalterarten und 11 Gattungen der Mohrenfalter erweitert“, freut sich Leonore Gewessler.

(Bild: APA/dpa-Zentralbild/Ralf Hirschberger)

Artenschutz beginnt im Garten
“Blühendes Österreich“ und „GLOBAL 2000“ empfehlen biologischen Dünger wie Kompost oder natürliche Schädlingsbekämpfungsmittel, um den Boden gesund zu halten und den Grundstein für Artenvielfalt im Garten zu legen. Wer speziell Schmetterlinge im Garten haben möchte, der mäht weniger und lässt Brennnesseln stehen. Damit steht sowohl Futter für die Raupen, als auch Nektar für die Schmetterlinge bereit. Auch Schmetterlingsexperte Helmut Höttinger ruft alle Gartenbesitzer auf, die Schmetterlinge zu fotografieren. „Segelfalter, Großes Ochsenauge, Admiral oder Kaisermantel: jedes Schmetterlingsfoto zählt und hilft der Wissenschaft. So kam letztes Jahr ein Thymian Bläuling  im Südburgenland einer Teilnehmerin vor die Linse. Er wurde dort nur drei Mal gesichtet, zuletzt vor 20 Jahren im Jahr 1998!“ Die Ergebnisse der Zählung gehen in eine Bestandsstudie ein.

Zeig her deinen Schmetterlingsgarten – So funktionierts: Im Zeitraum 12. Juli bis 5. August 2018 die App „Schmetterlinge Österreichs“ öffnen beziehungsweise herunterladen und anmelden - anschließend unterschiedliche Schmetterlingsarten im Garten fotografieren und über die App im Rahmen der Aktion „Zeig her deinen Schmetterlingsgarten“ hochladen. Es gibt außerdem Preise zu gewinnen: Einen Urlaub am Weingut, 2x2 Plätze für private Wanderung mit Bergsteigerlegende Peter Habeler sowie REWE Group Gutscheine im Wert von 300 Euro.

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