Di, 18. September 2018

Aber nur bei Stau!

13.07.2018 09:16

„Alles bereit“ für Pannenstreifen-Freigabe auf A4

Es ist grundsätzlich „alles bereit“, einzig eine Verordnung sowie kleinere Restarbeiten fehlen noch - und nicht zuletzt: das entsprechende Verkehrsszenario, das die Maßnahme überhaupt erst notwendig macht. Das Pilotprojekt rund um die Freigabe des Pannenstreifens auf der A4 in Wien zwischen Simmeringer Haide und Schwechat steht in den Startlöchern. Die zusätzliche Fahrspur soll künftig bei Kolonnenverkehr zu Stoßzeiten eine Entlastung bringen. Mit 30 Kameras auf der 3,8 Kilometer langen Strecke wird die Asfinag künftig die Verkehrssituation überwachen und im Bedarfsfall die dritte Pannenstreifenspur für Fahrzeuge freigeben.

„Wir stehen grundsätzlich auf Grün, lediglich eine Verordnung fehlt uns noch, die am Freitagnachmittag seitens des Verkehrsministers unterschrieben wird - dies ist jedoch ein Formalakt“, stellte Pressesprecher Christian Spitaler im Gespräch mit krone.at am Freitagvormittag klar. Auch die Montage einiger Hinweisschilder sowie die Anbringung von Markierungen seien auf dem Teilstück der A4, auf dem künftig im Bedarfsfall der Pannenstreifen als dritte Fahrspur freigegeben werden kann, noch ausständig, erklärte er. „Das betrifft vor allem die linke Spur, die künftig ein wenig schmaler sein wird und auf der deshalb künftig überbreite Lkw nicht fahren dürfen“, erläuterte Spitaler.

„Kein Stau, keine freie Fahrt am Pannenstreifen“
Und er betonte einmal mehr die Funktion der Pannenstreifen-Freigabe: „Der Pannenstreifen wird künftig lediglich situationsbedingt zum Einsatz kommen. Wird auf dem Teilstück ein Stau registriert, wird zur Verkehrsentlastung die Spur für Fahrzeuge freigeschaltet.“ Dies bedeute jedoch keine generelle Freigabe, betonte Spitaler - und auch nicht, dass es bereits am Freitagnachmittag zum ersten Einsatz des Pannenstreifens als Fahrspur kommen wird - „das wünsche ich zumindest allen Autofahrern und Autofahrerinnen“, fügte er im Hinblick auf verstärkten Sommerreiseverkehr hinzu: „Wenn es nicht staut, gibt es auch keine freie Fahrt am Pannenstreifen.“

Grüner Pfeil als Signal
Künftig wird ein grüner Pfeil auf den elektronischen Überkopfwegweisern die Freigabe der Spur signalisieren. Ist diese Anzeige nicht aktiv, ist das Befahren des Pannenstreifens nicht erlaubt - außer natürlich im Falle einer Panne. Lässt der Verkehr wieder nach, wird die Freigabe seitens der Asfinag wieder aufgehoben. Dies wird durch einen gelb blinkenden Pfeil auf der Überkopfanzeige signalisiert, ebenso wird man auch durch Pfeile neben der Fahrbahn darauf hingewiesen, den Pannenstreifen wieder zu verlassen.

So funktioniert die Rettungsgasse
Passiert bei freigegebenem Pannenstreifen ein Unfall, ist natürlich auch die Rettungsgasse zu bilden, und zwar so, wie es auch ansonsten auf Autobahnen und Schnellstraßen mit drei Fahrspuren üblich ist. Fahrzeuge auf der linken Spur bleiben ganz links, jene auf dem mittleren Fahrstreifen sowie auf der Pannenspur ordnen sich rechts ein.

Die zeitlich begrenzte Freigabe des Pannenstreifens hat sich in den Nachbarländern bereits bewährt: Die Niederlande und Deutschland etwa setzen seit den 1990er-Jahren auf die Öffnung einer zusätzlichen Spur bei Überlastung.

Christine Steinmetz
Christine Steinmetz

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